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SommerserieDie Grenzen des Kantons reichen von Bern bis London

Wo liegt der tiefste Grenzpunkt des Kantons Bern? Und wie viele Leute pendeln täglich über die Kantonsgrenze? Das erfahren Sie in unserem Listicle.

Der Kanton Bern und seine Grenzen.
Der Kanton Bern und seine Grenzen.

Der Kanton grenzt fast an Frankreich

Der Kanton Bern grenzt an elf Kantone: Aargau, Solothurn, Jura, Neuenburg, Freiburg, Waadt, Wallis, Uri, Nidwalden, Obwalden und Luzern.

An einem Zipfel berührt er fast Frankreich – aber eben nur fast. Es liegen noch knapp 200 Meter des Kantons Neuenburg dazwischen.

Berns Kantonsgrenzen sind 773 Kilometer lang

Die Grenze des Kantons Bern ist circa 773 Kilometer lang, wenn man die Enklaven Steinhof (SO) und Wallenbuch (FR) und Exklaven Münchenwiler und Clavaleyres einrechnet.

Ohne die Grenzen dieser Gemeinden beträgt die Kantonsgrenze zirka 748 Kilometer. Das entspricht etwa der Luftliniendistanz zwischen der Stadt Bern und London.

Gemeindegrenzen erstrecken sich bis nach Chicago

Die Summe der Grenzen aller Gemeinden im Kanton Bern beträgt 7137 Kilometer, wenn man die Grenzen von aneinandergrenzenden Gemeinden doppelt berechnet. Wenn man diese nur einfach rechnet, verfügt der Kanton Bern über 4023 Kilometer Gemeindegrenzen.

Zum Vergleich: Die Luftliniendistanz zwischen der Stadt Bern und der US-amerikanischen Stadt Chicago beträgt rund 7091 Kilometer.

Der Kanton am Rande des Röstigrabens

Die Sprachgrenze zwischen der Deutsch- und der Westschweiz verläuft zu einem guten Teil entlang der Berner Kantonsgrenze. Die zweisprachige Stadt Biel liegt auf der Grenze zum französischsprachigen Berner Jura.

Ab 2000 Höhenmetern wachsen keine Bäume mehr

Die Baumgrenze wird von Bäumen gebildet, die mindestens 2 oder 3 Meter hoch sind. Laut Urs-Beat Brändli von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft liegt die Baumgrenze im Kanton Bern «vorsichtig interpretiert maximal zwischen 2000 und 2100 Metern über Meer».

Im Mittel liegt die Baumgrenze im westlichen Teil der Nordalpen bei 2000 Metern über Meer.

Der höchste Gipfel ist der höchste Grenzpunkt

Der höchste Punkt der Kantonsgrenze liegt in der Gemeinde Guttannen: das Finsteraarhorn auf 4274 Metern über Meer, der höchste Gipfel der Berner Alpen. Der Berg bildet die Grenze zum Kanton Wallis.

Der tiefste Grenzpunkt liegt an der Aare

Der tiefste Grenzpunkt liegt auf 400 Metern über Meer in der Gemeinde Wynau im Oberaargau. Hier bildet die Aare den Grenzverlauf zum Kanton Solothurn.

Woher Luchs, Wolf und Bär zurückkehrten

Der Luchs ist 1974 zum ersten Mal wieder im Kanton Bern aufgetaucht. Eingewandert ist er vom Kanton Obwalden, wo er 1971 und 1972 ausgesetzt wurde.

Erste Wolfssichtungen gab es im Kanton Bern 2001, seit 2006 ist er mit Gewissheit zurück. Er wanderte von Südwesten her einwahrscheinlich aus dem Kanton Wallis.

Der Bär M29 wurde am 26. Mai 2017 im Eriz fotografiert. Er war der erste Bär, der in den Kanton Bern zurückkehrte. Im April 2017 war er noch im Kanton Uri unterwegs.

Bern hat mehr Zu- als Wegpendler

2017 pendelten 472’142 erwerbstätige Bernerinnen und Berner. 45’830 davon überquerten dabei jeweils die Kantonsgrenze. 69'373 Erwerbstätige aus anderen Kantonen pendelten in den Kanton Bern. Es kamen also jeweils 23’643 Personen mehr in den Kanton, als wegpendelten. Das entspricht rund 5 Prozent der Berner Arbeitspendler.

Aus Frankreich pendeln am meisten Arbeiter nach Bern

2018 bezahlten 64’661 Personen im Kanton Bern Quellensteuer. 68 Prozent von ihnen sind Ausländerinnen und Ausländer ohne Niederlassungsbewilligung, die ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz haben. Der Rest pendelt oder reist in irgendeiner Form für die Arbeit aus dem Ausland in den Kanton Bern.

Frankreich ist mit 4947 Quellenbesteuerten das Land, aus dem am meisten Personen im Kanton Bern arbeitendicht gefolgt von Deutschland mit 4719 Quellenbesteuerten. Auf Platz drei folgt Italien mit 1743 Quellenbesteuerten.