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Leserreaktionen«Die Kita hat absolut korrekt gehandelt»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem zu einem Streit zwischen einer Familie und einem Kitabetreiber in Bern.

Vier Kita-Tage kosteten in einer Berner Kita 3860 Franken.
Vier Kita-Tage kosteten in einer Berner Kita 3860 Franken.
Getty Images/iStockphoto

Zu «Böse Überraschung nach misslungener Kita-Eingewöhnung»

Es kann doch nicht sein, dass man für einen Kitaplatz noch drei Monate bezahlen muss, obwohl sich das Kind nicht wohl fühlt. Klar verstehe ich, dass Kitaplätze sehr teuer sind. Das Kind wird ja den ganzen Tag betreut und verpflegt. Jedoch sehe ich nicht ein, warum die Kündigungsfristen in Kitas so streng sind. Ein Schnuppertag für ein Kind ist bestimmt nicht die optimale Lösung, da ein Kind sich nicht in einem Tag an einen neuen Babysitter und die Umgebung gewöhnen kann. Gerade in der Eingewöhnungsphase verstehe ich nicht, warum die Kündigunsfrist bei drei Monaten liegt. Meiner Meinung nach ist ein Monat die höchste Kündigungsfrist, welche man setzten darf. Ich denke, dies ist auch genügend Zeit, um ein neues Kind in der Kita zu empfangen. Melina Meister, Grünenmatt

Die Kita handelt wie im Vertrag abgemacht und wird – falls der Platz früher besetzt werden kann – der Familie entgegenkommen. Da läuft alles absolut korrekt ab. Genau für das hat man Verträge. Die Familie hat die Eingewöhnung abgebrochen (nach zwei ausführliche Gesprächen in vier Tagen!) und es ist anzunehmen, dass die Schwierigkeiten bei Kindergarten- und Schuleintritt weitergehen werden, zumal die Tochter schnell merken wird, dass bei Verweigerung sofort durch die Eltern eingegriffen wird. Das gibt spannende Jahre. Onlinekommentar von Marcel Beck

Zu Donald Trumps Verhalten nach der Wahlniederlage

Der Artikel vergleicht Trump mit einem zwängelnden Kleinkind, welchem der Schokoladenriegel verwehrt wurde. Man möchte gerne glauben, dass dies stimmt. Ein zwängelndes Kleinkind muss man auch nicht so ernst nehmen. Die Sache ist leider viel ernster. 70 Millionen Amerikaner haben für Trump gestimmt und davon verehren viele Evangelikale Trump wie ihren Gott. 70 Prozent der Republikaner glauben, dass die Wahlen gefälscht sind. Nur einzelne republikanische Senatoren haben Bidens Sieg anerkannt. Im Moment feuert Trump viele Leute seiner Administration und ersetzt diese durch Loyalisten. Die wichtigste Grundlage einer Demokratie ist, dass die Menschen Vertrauen in ihr Wahl- und Abstimmungssystem haben. Wenn die Menschen ihr Wahlsystem anzweifeln, dann ist dies das Ende einer echten Demokratie. Amerika ist auf bestem Weg dazu, mit der Untergrabung des Vertrauens in ihre Demokratie diese abzuschaffen. Auch die Nazis haben ihre Macht dereinst durch demokratische Wahlen erlangt, um dann die Demokratie abzuschaffen. Hoffen wir, dass uns Ähnliches dieses Mal erspart bleibt. Bernhard Diem, Rubigen

Das Positive an der ganzen Geschichte ist, dass wir nun 1:1-Anschauungsunterricht erhalten, wie das komplett Absurde und völlig Undenkbare plötzlich Realität wird. Klar gab es immer «Erklärungen» für die 30er-Jahre, aber so richtig verstanden haben wir diese Menschen trotzdem nie. Aber jetzt können wir hautnah miterleben, wie in einer westlichen Demokratie dank Führerkult und allen mächtigen Leuten mit Gagg in der Hose ein Irrer an der Macht bleiben kann. Dabei wäre der Spuk innerhalb eines Tages vorbei gewesen, hätten sie einfach gesagt: «Donald, es ist aus, geh nach Hause. Lang lebe die Republikanische Partei!» Man hätte ihn kollektiv als Loser ins Lächerliche ziehen können, und dann wäre schnell ausser einem harten Kern mit unterdurchschnittlichem IQ niemand mehr seinen Peinlichkeiten gefolgt. Aber nein, ein jeder verspricht sich irgendwelche Vorteile, wenn man sich auf seine Seite schlägt und Lügen weiterverbreitet, auch wenn sie noch so einfältig sind. Diese Enabler sind noch schlimmer als Trump selber. Onlinekommentar von
Bruno Felix

Zu «Barok Mubarak – das will er von den Kandidierenden wissen»

Günstigen Wohnraum für Personen mit niedrigem Einkommen wünschen wir uns sicher alle und es klingt gut, wenn sich die Kandidierenden für den Gemeinderat von Burgdorf dafür einsetzen wollen. Zwei in diesem Zusammenhang zentrale Fragen bleiben jedoch von den Kandidierenden unbeantwortet. Erstens: Welche Investoren sind bereit und in der Lage, kostengünstige Neubauten zu erstellen und danach auch noch «günstig» zu vermieten? Zweitens: Was verstehen die Kandidierenden und auch die Initianten der Initiative «Für bezahlbares Wohnen in Burgdorf» unter günstigen Mietzinsen, ausgedrückt in Franken pro Wohnungsgrösse? Von den Kandidierenden fehlt mir und vermutlich auch Barok Mubarak eine ungefähre messbare Antwort. Simon Liechti, Burgdorf

1 Kommentar
    Werner Wenger

    Kita: wir kennen die Vertragsfreiheit. Jeder Vertragspartner kann über den Inhalt mit dem anderen Vertragspartner verhandeln und dann erst entscheiden zu unterschreiben oder nicht! Ich meine zu erkennen, dass die Verpflichtung mit der Unterschrift oft erst wenn etwas laut Vertrag anders geregelt ist, als man es gerne hätte realisiert wird. Schlimmer noch, der eine Vertragspartner muss plötzlich auf der Konsequenz des Vertragsinhaltes beharren!