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Eckpfeiler gehtDie Ohrfeige nach der Gala

Leader Nicolas Suter wird Wacker Thun nach der Saison verlassen. Er spielt künftig für Haslum, jenen norwegischen Club, der den Berner Oberländer Viktor Glatthard beschäftigt.

Nicolas Suter setzt sich auf für ihn so typische Weise gegen zwei Aargauer durch.
Nicolas Suter setzt sich auf für ihn so typische Weise gegen zwei Aargauer durch.
Bild: Patric Spahni

Es ist eine witzige Geschichte. Es gibt aber Leute, denen ist gerade so gar nicht zum Lachen zumute.

Eine Saison bestreiten Viktor Glatthard und Nicolas Suter zusammen in Thun. Sie mögen sich, werden mit Wacker im Frühsommer 2018 Meister, und als der in der Lachenhalle hoch angesehene Brienzer kürzlich ins Berner Oberland zurückkehrt, den Match gegen Endingen verfolgt, übergibt er seinem zum besten Akteur der Partie gewählten Kumpel den Preis.

Wiedersehen werden sich die beiden weit früher, als man zu jenem Zeitpunkt denkt: Suter läuft ab dem Sommer in Norwegen auf – für Haslum, den Club, bei dem Glatthard unlängst seinen Vertrag verlängert hat.

Den Aargauer reizt die Möglichkeit, sein Studium im Ausland fortzusetzen. Glatthard gab bei seinem Entscheid zugunsten Skandinaviens damals gleichfalls vorab ausbildungstechnische Gründe an. Die Universitäten in der Region von Oslo: Sie scheinen im Umfeld von Wacker Thun ein hohes Standing zu geniessen.

Die Oberländer trifft den Abgang hart. Sie verlieren mit dem 25-Jährigen einen Schlüsselspieler. Der Regisseur ist gegenwärtig Topskorer – und der Leader im Team Martin Rubins, auf und neben dem Platz. Er geht voran, übernimmt Verantwortung, gibt taktische Inputs und hat auch in der Deckung einen zentralen Part inne. Am Samstag brillierte er gegen seinen Ex-Club Suhr abermals, warf beim 29:22-Sieg fünf Tore.

Nach Thomas Lanz und Phillip Holm ist Suter bereits der dritte Akteur, der bekannt gibt, im Sommer nicht länger für Wacker engagiert zu sein. Andere haben noch keinen neuen Vertrag, Ron Delhees etwa, ein potenzieller Eckpfeiler, der indes oft verletzt ist, sich zuletzt gleich zweimal das Kreuzband gerissen hat.

Die Thuner stehen im Hinblick auf die nächste Saison unter Zugzwang. Etliche Clubs haben ihre Planungen längst abgeschlossen. Und mit Nicolas Raemy, Ivan Wyttenbach und Damien Guignet besitzen vom aktuellen Kader bloss drei klassische Aufbauer einen Kontrakt über die laufende Spielzeit hinaus.