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Oberland – LawinenhundeDie Rakete stiehlt dem Herrchen die Show

15 Jahre lang war er Lawinenhunde-Obmann der Alpinen Rettung Bern. Jetzt tritt Michael Nydegger ab. Wir besuchten ihn bei seiner allerletzten Übung als Chef mit seiner Mannschaft, kurz bevor die Bergbahnen durch die Coronavirus bedingten Massnahmen durch den Bundesrat eingestellt wurden.

«Rakete» Zuma hat den Verschütteten im Lawinenkegel bereits geortet und gräbt ihn aus. Herrchen Michael Nydegger eilt ihr hinterher.
«Rakete» Zuma hat den Verschütteten im Lawinenkegel bereits geortet und gräbt ihn aus. Herrchen Michael Nydegger eilt ihr hinterher.
Foto: Bruno Petroni

So richtig gemütlich ist es hier nicht, mitten im Lawinenkegel. Die Federn in der Rückenpartie der an sich wärmenden Daunenjacke werden allmählich feucht. Die null Grad kalte, feuchte Luft dringt in die hinterste Ecke der Stirnhöhlen ein und in jeden Schlitz der Kleidung. Nichts, aber auch gar nichts ist von draussen zu hören. Die Minuten erscheinen einem wie Stunden. Wann wohl Hilfe eintreffen wird? Immerhin strahlen das am Bauch fixierte Lawinensuchgerät und die Recoplättli an den Skischuhen Signale nach aussen aus. Und dann sind da noch die talentierten Schnüffelnasen der Bergretter, die mit ihrem ausgesprochenen Geruchssinn immer wieder mit beeindruckender Effizienz Lawinenopfer orten können. Die positiven Gedanken zerschellen aber quasi am hellblau schimmernden Schnee, der einen von der Oberfläche trennt. Mann, das dauert. Jedenfalls ist das kein Szenario für Leute, die an Klaustrophobie leiden.

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