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Berner Ideen (8)Die Self-Check-out-Bibliothek

Nicole Lehmann verwandelt ihre gewöhnliche Dorf- und Schulbibliothek in Grosshöchstetten in einen Pionierbetrieb: 365 Tage lang kann man bis 23 Uhr Bücher ausleihen.

Dank ihr können sich Lesesüchtige auch nach Sonnenuntergang mit Stoff versorgen: Nicole Lehmann.
Dank ihr können sich Lesesüchtige auch nach Sonnenuntergang mit Stoff versorgen: Nicole Lehmann.
Foto: Raphael Moser

Kinos, Theater, Museen und Konzertsäle sind geschlossen, was bleibt denn an kultureller Zerstreuung? Netflix – und das Buch. Die Bibliotheken bleiben während des Berner «Kultur-Lockdowns» geöffnet (auch wenn diese Zeitung vor ein paar Tagen fälschlicherweise das Gegenteil behauptet hat). Bücher und andere Medien können ausgeliehen werden, nur Lesesäle und Arbeitsplätze sind geschlossen. Aber die Grundversorgung ist gewährleistet.

Wie geht es den Bibliotheken eigentlich? Klar, die Frage ist eine Zumutung. Die Bandbreite von der Dorf- zur Universitätsbibliothek ist beachtlich. Doch ihnen allen ist gemeinsam, dass sie wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit wirken. Gedruckte Bücher! Die Bibliotheken haben das Wissensmonopol verloren, seit sich das Gedächtnis der Welt digitalisiert. Und spätestens seit Netflix sind sie nicht mehr der einzige scheinbar unerschöpfliche Fundus von Geschichten und Weltflucht. Kurzum: Werden sie irgendwann überflüssig?

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