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Kommentar: Zenhäusern zeigt es seinen Kritikern

Was hatte sich der Walliser in seiner Jugend nicht alles anhören müssen. Eine «Bohnenstange» sei er, er war der «schlaksige Doppelmeter».

MeinungRené Hauri
Ramon Zenhäusern nach seinem zweiten Lauf des Slaloms. Der, der im Silber brachte.
Ramon Zenhäusern nach seinem zweiten Lauf des Slaloms. Der, der im Silber brachte.
Keystone

Es ist der 22. Februar 2018, der Walliser mittlerweile 25, und er ist vor allem das: Silbermedaillengewinner an den Olympischen Spielen. Im Slalom. Noch nie zuvor war Zenhäusern auf einem Slalompodest gestanden, mit den Rängen 4 und 6 in Wengen und Kitzbühel deutete er aber jüngst an, dass die Form stimmt. Dann gewann er vor drei Wochen sogar den City Event von Stockholm.

Zenhäuserns Silber-Fahrt im Video. Quelle: SRF

Und nun also hat er es all seinen Kritikern endgültig gezeigt, all den Trainern, die ihn dazu bewegen wollten, sich eine andere Sportart zu suchen. Vielleicht hat er es ja sogar ihnen zu verdanken, dass er es soweit gebracht hat. Nicht selten wuchtete sich Zenhäusern mit der Wut im Bauch durch die Stangen, «es spornt mich noch heute an, wenn ich höre, ich hätte im Slalom nichts verloren», sagt er.

Vor allem einen Trainer aber gab es in seinen frühen Jahren, der an ihn glaubte, der ihm riet, nicht auf die Stänkerer zu hören: Didier Plaschy. Als Bub war Zenhäusern in dessen Fanclub gewesen, nun war und ist es der einstige zweifache Slalomsieger, der nicht mehr von Zenhäuserns Seite weicht. So flog dieser etwa nicht mit dem Slalomteam nach Neuseeland für die Vorbereitung, sondern trainierte mit Plaschy in Saas-Fee. Zudem hat der aussergewöhnliche Athlet Kontakt mit Silvan Zurbriggen, den er seinen «Mentor» nennt.

Zenhäusern, der sich als Bub den Österreicher Thomas Sykora zum Vorbild nahm, weil dieser mit seinen 1,87 m schon alle Slalomfahrer überragte, hat Schritt für Schritt herausfinden müssen, was ihm gut tut. Welche Vorteile er auch hat mit seiner Grösse zwischen den Slalomstangen.

«Wenn ich das Gleichgewicht kontrollieren kann, dann kann ich profitieren. Mit meinem Körper brauche ich weniger Neigung, um die engen Kurven zu fahren”, sagt er. Im Training hat er seine Teamkollegen Daniel Yule und Luca Aerni regelmässig in Grund und Boden gefahren. Damit er das auch im Rennen hinkriegt, arbeitet er seit letztem Frühjahr mit einem Mentaltrainer zusammen. Es wirkt: Die Resultate vor den Olympischen Spielen bewiesen es. Die Silbermedaille tut das nun erst recht.

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