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Der Schweizer Blick auf das Torverhältnis

Das 8:0 gegen Gastgeber Südkorea machte die Schweizer Eishockeyaner glücklich. Der hohe Sieg lässt sie auf die direkte Qualifikation für den Viertelfinal schielen.

kk
Denis Hollenstein bejubelt gegen vier Südkoreaner seinen Treffer zum 1:0.
Denis Hollenstein bejubelt gegen vier Südkoreaner seinen Treffer zum 1:0.
Larry W. Smith, Keystone

Im Schlussdrittel brachen alle Dämme, die Schweiz machte aus dem 3:0 nach 40 Minuten ein 8:0. Damit gelang die richtige Antwort auf das 1:5 im Startspiel gegen Kanada. Der Weg zum Kantersieg war indes harzig. «Im Startdrittel war es nicht einfach, da war das Spiel noch ausgeglichen, wir mussten beissen», sagte ZSC-Stürmer Reto Schäppi. Nach 20 Minuten lag die Schweiz in der Tat erst 1:0 in vorne.

Es brauchte bis Spielmitte auch hin und wieder das Eingreifen von Goalie Jonas Hiller, der dieses Mal den Vorzug vor Leonardo Genoni erhielt. Der SCB-Torwart bekam von Nationaltrainer Patrick Fischer gar einen Ruhetag, die Rolle des Ersatzmannes nahm Zugs Tobias Stephan ein.

Der für die Schweizer vorwiegend unbekannte Gegner liess bei den Schweizern keine Überheblichkeit aufkommen. «Wir hatten das Spiel Südkoreas gegen Tschechien auf Video geschaut und gesehen, dass sie dort nur knapp 1:2 verloren hatten und lange mithielten», sagte Hiller.

Der Torhüter des EHC Biel ist in Südkorea immer noch ohne Gegentor. Gegen Kanada war er beim Stande von 0:4 eingewechselt worden, den Gegentreffer zum 1:5-Schlussstand kassierte die Schweiz, als sie den Torwart durch einen sechsten Feldspieler ersetzt hatte.

Der 1:5-Empty-Netter gegen Kanada mit Folgen?

Dieser Empty Netter könnte im Nachhinein sich noch als ärgerlich für die Schweiz erweisen. Der Gruppensieg wird zwar kaum noch möglich sein, da von einem kanadischen Sieg gegen Südkorea ausgegangen werden muss. Mit einem Sieg nach regulärer Spielzeit gegen Tschechien könnte die Schweiz indes als bester der drei Gruppenzweiter immer noch den direkten Sprung in den Viertelfinal schaffen.

Es entscheidet der Vergleich mit der Gruppe C und den beide über sechs Punkte aufweisenden Schweden (Tordifferenz +5) und Finnland (+7) – die Gruppe B mit Russland spielt keine Rolle mehr in dieser Rechnung. Die Schweiz in der Gruppe A steht derzeit bei +4, würde bei einem Sieg gegen Tschechien auf mindestens +5 kommen.

Es könnte also auf jeden einzelnen Treffer ankommen. Darum unterstrich Schäppi die Bedeutung des 8:0-Kantersiegs: «Die vielen Tore waren wichtig für das Torverhältnis.»

Fischer: «Hart ins Gericht gegangen»

Zufrieden zeigte sich darum auch Nationaltrainer Patrick Fischer: «Wir waren nach der schlechten Leistung gegen Kanada nicht glücklich gewesen. Wir gingen bei der Analyse hart mit uns ins Gericht.» Er habe gegen Südkorea einiges gesehen, dass ihm gefiel: «Wir wollten schnell spielen, den Gegner unter Druck setzen. Hinten hatten wir einen sehr guten Goalie, vorne waren wir kaltblütig. So wollen wir spielen.»

Ob das bereits ein Hint Fischers war, dass Hiller auch im über eine direkte Viertelfinal-Qualifiktion oder über den Umweg ins Achtelfinale entscheidende Spiel gegen Tschechien spielen wird? Der Torwart des EHC Biel wollte seiner nun bereits 96 Minuten langen Ungeschlagenheit in Südkorea keinen allzu grossen Wert beimessen: «Ich gehe in jedes Spiel, um kein Gegentor zu kassieren. Ich weiss aber auch, wie schnell das dann ändern kann.»

Wird am Sonntag gerechnet? Was machen Schweden und Finnland gegeneinander?

Fischers Mannschaft wird morgen Sonntag erneut um 8.40 Uhr Schweizer Zeit auf Tschechien treffen. Ein Sieg mit zwei Toren Unterschied (je nach dem auch mit einem, falls ebenfalls nach 60 Minuten) würde der Schweiz für die direkte Viertelfinalqualifikation reichen – ausser Schweden und Finnland (morgen Sonntag 13.10 Uhr Schweizer Zeit) gehen in ihrer Direktbegegnung in die Verlängerung, was für beide Teams unabhängig des Siegers die direkte Viertelfinalqualifikation bedeuten würde ...

Südkorea - Schweiz 0:8 (0:1, 0:2, 0:5)

6568 Zuschauer. - SR Hribik/Rantala (CZE/FIN), Lhotsky/McIntyre (CZE/USA).Tore: 11. Hollenstein (Haas, Loeffel) 0:1. 29. Du Bois 0:2. 36. Suter (Herzog) 0:3. 44. Ruefenacht (Untersander, Almond) 0:4. 46. Suter (Ambühl, Moser) 0:5. 47. Schäppi (Almond, Geering) 0:6. 52. Suter (Geering, Ambühl) 0:7. 56. Corvi (Hofmann, Du Bois) 0:8.Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Südkorea, 5mal 2 Minuten gegen die Schweiz.Südkoera: Dalton (46. Park Sungje); Lee Don-Ku, Regan; Kim Won-Jun, Young; Plante, Seo; Oh; Cho, Radunske, Swift; Testwuide, Kim Sangwook, Kim Kisung; Shin, Park Woosang, Kim Wonjung; Park Jin-Kyu, Ahn, Lee Young-Jun; Shin.Schweiz: Hiller; Blum, Untersander; Furrer, Loeffel; Geering, Du Bois; Schlumpf; Hollenstein, Haas, Praplan; Moser, Suter, Ambühl; Scherwey, Corvi, Hofmann; Ruefenacht, Schäppi, Almond; Herzog.Bemerkungen: Schweiz ohne Stephan (Ersatztorhüter), Diaz (angeschlagen/Rücken), Genoni und Bodenmann (beide überzählig). - Schüsse: Südkorea 25 (7-8-10); Schweiz 34 (15-10-9). - Powerplay-Ausbeute: Südkorea 0/3; Schweiz 0/5.

Die (Zwischen-)Stände in den drei Gruppen:

Gruppe A:

1. Tschechien 2 Spiele/5 Punkte (5:3 Tore) 2. Kanada 2/4 (7:4) 3. Schweiz 2/3 (9:5) 4. Südkorea 2/0 (1:10)

Die letzten Spiele am Sonntag: Tschechien - Schweiz, Kanada - Südkorea.

Gruppe C:

1. Finnland 2 Spiele/6 Punkte (10:3) 2. Schweden 2/6 (5:0) 3. Deutschland 2/0 (2:6) 4. Norwegen 2/0 (1:9)

Die letzten Spiele am Sonntag: Deutschland - Norwegen, Schweden - Finnland.

Gruppe B:

1. Russland 3 Spiele/6 Punkte 2. Slowenien 3/4 3. USA 3/4 4. Slowakei 3/4

Gruppenphase beendet, Russland direkt im Viertelfinal, der Rest im Achtelfinal.

Modus: Die 3 Gruppenersten und der beste Gruppenzweite direkt im Viertelfinal, der Rest im Achtelfinal.

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