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Die Zeit des italienischen Schakals

Die Ostroute hat die Südroute vorübergehend abgelöst. Doch in Italien läuft die Flüchtlingsdebatte weiter, und Matteo Salvini nutzt sein politisches Momentum.

Nutzen den Notstand für politische Zwecke: die fremdenfeindliche Partei Lega Nord.
Nutzen den Notstand für politische Zwecke: die fremdenfeindliche Partei Lega Nord.
Daniel Dal Zennaro, Keystone

Es ist nicht klar, ob Matteo Salvini sich den sensationellen Satz so vorgenommen hatte. Oder ob er ihm einfach mal so herausrutschte. Vor einigen Tagen sass der Chef der fremdenfeindlichen italienischen Partei Lega Nord in einer Talkshow von RAI Tre und sagte: «Sollen wir Menschen aufnehmen, die vor dem Krieg fliehen? Natürlich! Sofort, auch bei mir zu Hause.» Die Moderatorin des Staatsfernsehens war so überrascht, dass sie nachfragte: «Sie würden einen Flüchtling bei sich aufnehmen?» – «Ja», sagte Salvini, «ich habe zwar nur eine Zweizimmerwohnung, er könnte sich nicht gross ausbreiten, aber ja!» Die Sequenz endete auf allen Netzwerken – der Hetzer im Helfergewand. Im Subtext konnte man lesen: Viele sind es ja nicht, die wirklich vor Kriegen fliehen. Und wer denkt schon an uns Italiener, die wir in Löchern wohnen?

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