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Literaturnobelpreisträger Dario Fo ist tot

Der 90-Jährige ist gemäss einem engen Freund gestorben. Er war für seinen Sprachwitz bekannt und auch gefürchtet. Rund 40-mal stand er wegen Beleidigung und Verhöhnung vor Gericht.

1997 erhielt er den Literaturnobelpreis: Dario Fo auf einer Aufnahme von 2004. (28. Juli 2004)
1997 erhielt er den Literaturnobelpreis: Dario Fo auf einer Aufnahme von 2004. (28. Juli 2004)
Pedro Gato, Keystone
Viele Stücke hatte er mit seiner 2013 gestorbenen Frau Franca Rame (im Bild) geschrieben, weshalb Fo stets von «unserem Nobelpreis» sprach. (9. Oktober 1997)
Viele Stücke hatte er mit seiner 2013 gestorbenen Frau Franca Rame (im Bild) geschrieben, weshalb Fo stets von «unserem Nobelpreis» sprach. (9. Oktober 1997)
Andrew Medichini, Keystone
Fo thematisierte in seinen Werken auch die Mafia, Waffenindustrie oder Umweltsünden. Er war rund 40 Mal wegen Beleidigung und Verhöhnung der Mächtigen vor Gericht geladen, mehrmals wurde er von der Bühne abgeführt. (9. Mai 2009)
Fo thematisierte in seinen Werken auch die Mafia, Waffenindustrie oder Umweltsünden. Er war rund 40 Mal wegen Beleidigung und Verhöhnung der Mächtigen vor Gericht geladen, mehrmals wurde er von der Bühne abgeführt. (9. Mai 2009)
Antonio Calanni, Keystone
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Der italienische Literaturnobelpreisträger und Theaterautor Dario Fo ist heute im Alter von 90 Jahren gestorben. Das bestätigte Mario Pirovano, ein langjähriger Freund, der Deutschen Presse-Agentur. Italienische Medien hatten zuvor über Fos Tod berichtet.

Fo war 1997 für sein aussergewöhnliches Talent und seine politische und soziale Theaterarbeit mit dem Literaturnobelpreis gewürdigt worden. Der italienischen Tageszeitung «Corriere della Sera» zufolge starb Fo in einem Spital in Mailand, wo er zwölf Tage wegen Lungenproblemen in Behandlung war.

Rund 40-mal vor Gericht

Der Autor war für seinen Sprachwitz bekannt, wurde auch als Polit-Clown bezeichnet. Im Theater verkörperte er lüsterne Päpste, skurrile Politiker und redegewaltige Trunkenbolde. Fo thematisierte in seinen Werken auch die Mafia, Waffenindustrie oder Umweltsünden. Er war rund 40-mal wegen Beleidigung und Verhöhnung der Mächtigen vor Gericht geladen, mehrmals wurde er von der Bühne abgeführt.

Viele Stücke hatte er mit seiner 2013 gestorbenen Frau Franca Rame geschrieben, weshalb Fo stets von «unserem Nobelpreis» sprach. Mehr als 30 Werke Fos wurden ins Deutsche übersetzt, darunter «Mistero Buffo» (1969), «Die offene Zweierbeziehung» (1983), «Sex? – Aber mit Vergnügen!» (1994) und «Der Teufel mit den Titten» (1997).

«Italien verliert eine der Hauptfiguren des Theaters»

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi hat der Familie Fos sein Beileid ausgesprochen. «Mit Dario Fo verliert Italien eine seiner grossen Hauptfiguren des Theaters, der Kultur, des bürgerlichen Lebens unseres Landes», zitierten italienische Nachrichtenagenturen die Worte Renzis am Donnerstag.

«Seine Satire, seine Recherche, seine Arbeit auf der Bühne, seine vielseitige künstlerische Tätigkeit bleiben als Erbe eines grossen Italieners in der Welt.» Fo, der den Literaturnobelpreis 1997 erhielt, war am Donnerstag in einem Mailänder Spital im Alter von 90 Jahren gestorben.

AFP/thu

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