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Plácido Domingo bei erstem Auftritt nach Vorwürfen gefeiert

Das Publikum der Salzburger Festspiele feierte den Opernstar, obwohl ihm mehrere Frauen sexuelle Belästigung vorwerfen.

Salzburg feierte den Tenor, in den USA wurde er ausgeladen.
Salzburg feierte den Tenor, in den USA wurde er ausgeladen.
Keystone

Bei dem ersten Auftritt Plácido Domingos (78) seit Bekanntwerden der Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe war das gesamte Sängerensemble der konzertanten Aufführung von Verdis «Luisa Miller» noch vor dem ersten Ton der Ouvertüre auf die Bühne getreten. Das Publikum stand auf und applaudierte mit lauten Bravo-Rufen, wie Teilnehmer anschliessend berichteten. Der Spanier sang am Sonntag im Grossen Festspielhaus. Auch zum Abschluss stand das Publikum auf und bedachte Domingo und die anderen Sänger mit minutenlangem Applaus.

Acht Sängerinnen und eine Tänzerin werfen Domingo vor, seine Position als einer der am meisten gefeierten Opernsängern der Welt ausgenutzt zu haben, um sie zu sexuellen Handlungen zu nötigen.

Die mutmasslichen Vorfälle reichen zurück bis in die 80er Jahre. Der einstige Tenor, der inzwischen Bariton singt, hat die Anschuldigungen zurückgewiesen. Viele Opernsängerinnen sprachen Domingo ihr Vertrauen aus.

In den USA sagten die Oper in San Francisco und das Philadelphia Orchestra geplante Konzerte mit Domingo wegen der Vorwürfe ab.Die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, erklärte jedoch, sie halte es für «sachlich falsch und menschlich unverantwortlich, zum derzeitigen Zeitpunkt endgültige Urteile und darauf beruhende Entscheidungen zu fällen».

(SDA)

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