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«Schwere Verletzungen werden in Kauf genommen»

Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr über die hohe Gewaltbereitschaft gegenüber Polizisten.

Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr über die hohe Gewaltbereitschaft gegenüber Polizisten.

Die Statistik zeigt, dass ­Drohungen und Gewalt gegen Polizisten zunehmen. Wie ­beurteilen Sie diese Situation?

Wir stellen vor allem im Zusammenhang mit dem sogenannten unfriedlichen Ordnungsdienst – etwa bei Ausschreitungen – fest, dass teilweise massive Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten verübt wird. Dabei nehmen die Demonstranten auch schwere Verletzungen in Kauf.

Betrifft diese steigende ­Gewaltbereitschaft denn nur jene Ordnungshüter, die ­grossen Gruppierungen ­gegenüberstehen, in denen sich Individuen verstecken können?

Nein, die Polizisten müssen zum Beispiel auch bei einer gewöhnlichen Festnahme oft mit heftiger Gegenwehr rechnen, bei der die Verhafteten ebenfalls die Verletzungen von Polizisten mutwillig in Kauf nehmen. Das ist nicht tolerierbar! Unsere Polizistinnen und Polizisten sind für die Sicherheit in unserer Gesellschaft verantwortlich. Damit sie ihre sehr oft schwierige Arbeit verrichten können, müssen wir alles daran setzen, sie zu schützen.

Wie wollen Sie das erreichen?

Gewalt ist absolut inakzeptabel und muss daher konsequent strafrechtlich geahndet werden. Die Zürcher Kantonspolizei investiert aber aus diesem Grund auch viel in die Ausbildung ihrer Mitarbeiter. Sie lernen, auch in kritischen Situationen mit Augenmass und Konsequenz aufzutreten. Das ist nötig, denn der Kantonspo­lizei Zürich ist es wichtig, auch in den urbanen Teilen des Einsatzgebietes wie am Hauptbahnhof Zürich, in Winterthur oder in Uster eine offene Bürgernähe zu bewahren.

Hat die Kantonspolizei Zürich die Ausrüstung ihrer Mit­arbeiter aufgrund der erhöhten Gewaltbereitschaft angepasst?

Ja, sie hat in den letzten Jahren die Schutzausrüstung kontinuierlich verbessert respektive angepasst. Sie hat beispielsweise Unterzieh-Schutzwesten und Laserschutzbrillen beschafft sowie in Gehörschütze investiert, die mit dem Funk kompatibel sind.

Taugen die geforderten, ­schärferen Sanktionen, um gegen die Gewalt gegen ­Polizisten anzukämpfen?

Die erforderlichen Gesetze mit den entsprechenden Sanktionen sind da, aber sie müssen konsequent angewendet werden! Das sind wir unseren Polizistinnen und Polizisten einfach schuldig. Wer Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten ausübt, der muss die Konsequenzen deutlich spüren! Interview: Pia Wertheimer

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