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Trumps weisser Traum

Der US-Präsident fokussiert auf die Einwanderung, um seine Kernwähler doch noch irgendwie beruhigen zu können.

Mehr Norweger, weniger Salvadorianer: Das ist, nur wenig überspitzt, Donald Trumps Vision für das Einwanderungsland Amerika. Das zeigen frühere Aussagen des Präsidenten, und das zeigen seine aktuellen Versuche, die Grenze zwischen illegaler und legaler Zuwanderung zu verwischen. Trump benutzt die Debatte um die sogenannten Dreamer für die wichtigste aller Fragen: Wer darf ins Land kommen, wer darf hier leben und arbeiten?

Inhaltlich mag es Argumente dafür geben, dass auch berufliche Qualifikationen darüber entscheiden sollen, wer in Amerika ein Aufenthaltsrecht erhält – und nicht bloss der Verwandtschaftsgrad. In der Schweiz macht der Familiennachzug ein Drittel der Zuwanderung aus, in den USA sind es drei Viertel. Selbst unter den Demokraten gab es deshalb noch vor wenigen Jahren Stimmen, die den Druck von niedrig qualifizierten Zugewanderten auf die Beschäftigung von einheimischen Arbeitskräften kritisierten.

Nicht wegdenken lässt sich aber die Frage, mit welchen Motiven Trump eine Änderung des Zuwanderungsregimes anstrebt. Die Botschaft Trumps an seine Kernwählerschaft lautet: Ich nehme eure Anliegen ernst. Angesichts ausbleibender Erfolge auf anderen Gebieten (die grosse Reform der Infrastruktur wird es so wohl nicht geben, die Steuersenkungen kommen vor allem den Reichsten zugute) gewinnt die Begrenzung der Migration dabei erst recht an Bedeutung.

Dafür scheint Trump gewillt, mit dem Einwanderungssystem zu brechen, das Amerika seit Jahrzehnten prägt, das es bunter gemacht hat. Die USA werden auf diese Weise nicht wieder zum weissen, angelsächsisch dominierten Land, das sie einmal waren. Aber dass Trump genau diese Sehnsucht bedient, ist unschwer erkennbar.

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