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Wem vegane Fertigmahlzeiten helfen

Nestlé bringt einen pflanzlichen Hamburger auf den Markt – die Welt lässt sich damit vermutlich nicht retten.

«Vegan leben für die Tiere, den Planeten und die künftigen Generationen»: Eine Peta-Aktivistin vor dem Louvre in Paris. (7. Februar 2019)
«Vegan leben für die Tiere, den Planeten und die künftigen Generationen»: Eine Peta-Aktivistin vor dem Louvre in Paris. (7. Februar 2019)
Benoit Tessier, Reuters

Nestlé bringt den «Incredible Burger» auf den Markt, einen Hamburger, der aus pflanzlichen Zutaten besteht, aber dem Rindfleischoriginal geschmacklich in nichts nachstehen soll. Der «Incredible» gehört zur veganen Revolution beim Lebensmittelmulti. Die Manager hoffen auf Milliardenumsätze mit rein pflanzlichen Fertignahrungsmitteln. Sie hoffen, damit dem Trend zu biologischer, lokaler Nahrung ein Schnippchen zu schlagen.

Der US-Konkurrent Kraft Heinz hat den Zeitgeist mit seinem fett-, salz- und zuckerlastigen Angebot gründlich verpasst und ist in eine existenzielle Krise geraten. Andere Konzerne wie Nestlé, Danone und Unilever wollen diesem Schicksal entgehen. Sie setzen auf Millennials, die durch den Verzicht auf tierische Lebensmittel etwas für ihre eigene Gesundheit tun wollen – und für die ganze Welt.

Lebensmittelindustrie profitiert von Veganern

Wie sehr nun aber der Veganismus dem individuellen Wohlergehen und dem Weltklima wirklich hilft, ist umstritten. Mindestens zeigen Forschungsresultate, dass reiner Veganismus nicht grundsätzlich gesünder ist als moderater Fleisch- und Milch­konsum. Und die grossindustrielle Nahrungsmittelproduktion mit ihren Düngern, Herbi-, Pesti- und Insektiziden und den CO2-intensiven Produktionsmethoden ist auch nicht nur freundlich zu Mutter Erde.

Wem das vegane Fertigmahlzeiten­angebot aber sicher hilft: den Profiten der Lebensmittelindustrie. Kritiklose Veganer kaufen im Migros lieber einen Liter vegane Mandel-«Milch» für 3.15 Franken als einen normalen Liter M-Budget-Milch für 1.95.

Was der «Incredible» kostet, ist noch nicht bekannt. Die Nestlé-Manager in Vevey zählen aber wohl auf eine Gewinnmarge, die dem Namen ihres Produkts entspricht: unglaublich.

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