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Wie Angst vor Überwachung den Blick auf die Realität verhindert

Die Erinnerung an den Fichenskandal ist wichtig. Aber wir dürfen dabei nicht hinter verfügbares Wissen zurückfallen.

Andreas Tobler
Hatte zwar eine Fiche, stand aber nie im Fokus der Überwachung: Max Frisch (Foto: Bundesarchiv)
Hatte zwar eine Fiche, stand aber nie im Fokus der Überwachung: Max Frisch (Foto: Bundesarchiv)

Was wir wissen: Micha Lewinsky hat mit «Moskau einfach!» einen Film über die Fichenaffäre gedreht. Darin wird ein Polizeispitzel namens Viktor Schuler 1989 als Statist ins Ensemble des Zürcher Schauspielhauses eingeschleust, weil dort ein linkes Agitationszentrum vermutet wird. Weit weg von der Realität ist das nicht: 1969 wurde eine Fiche über das Zürcher Schauspielhaus eröffnet, weil der Regisseur Peter Stein für Skandale sorgte. Die Fiche ist nicht besonders umfangreich. Aber aus dem Aktenmaterial dazu geht hervor, dass jemand für die Zürcher Kantonspolizei Diskussionen protokollierte, weil man das Theaterensemble für eine kommunistische Zelle hielt. «Da waren Leute dabei, die für die Polizei mitschrieben?», fragte Peter Stein, als wir ihm gegenüber vor zwei Jahren das Polizeiprotokoll erwähnten.

«Lässt sich wohl erahnen»: Aktennotiz der Kantonspolizei Zürich zu Diskussionen am Schauspielhaus 1969/1970. Foto: Bundesarchiv
«Lässt sich wohl erahnen»: Aktennotiz der Kantonspolizei Zürich zu Diskussionen am Schauspielhaus 1969/1970. Foto: Bundesarchiv

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