Zum Hauptinhalt springen

«Ist das Apples Botschaft an uns Zivilisten?»

Apple mag sich mit seinem unfertigen Kartendienst einigen Unmut zugezogen haben – im Streit zwischen China und Japan könnte der US-Konzern jedoch ungewollt eine diplomatische Lösung gefunden haben.

«Nicht in einen sinnlosen Streit hineinziehen»: Japanische Demonstrantin in Tokio.
«Nicht in einen sinnlosen Streit hineinziehen»: Japanische Demonstrantin in Tokio.
Keystone

Apple mag sich mit seinem an Pannen reichen Kartendienst für iOS-6-Geräte wie dem iPhone 5 einigen Unmut zugezogen haben (Redaktion Tamedia berichtete)– im Streit zwischen China und Japan um eine Handvoll unbewohnter Inseln könnte der US-Konzern jedoch ungewollt eine diplomatische Lösung gefunden haben.

Wie japanische Blogger am Samstag berichteten, erscheinen bei dem Kartendienst die umstrittenen Inseln im Ostchinesischen Meer einfach in zweifacher Ausführung nebeneinander: einmal mit dem japanischen Namen Senkaku und einmal mit der chinesischen Bezeichnung Diaoyu.

Übergriffe in China

«Die Karte bietet die Inseln für jedes Land in eigener Ausführung an. Ist das Apples Botschaft an uns Zivilisten, dass wir uns nicht in einen sinnlosen Streit hineinziehen lassen sollen?», schreibt ein japanischer Internaut.

Der Disput eskalierte jüngst, nachdem die japanische Regierung drei der Inseln aus Privatbesitz aufgekauft hatte. Bei Protesten in China kam es wiederholt zu Übergriffen auf japanische Autos, Geschäfte und Restaurants.

Einen Bärendienst erwiesen

Apple hat sich mit seinem Kartendienst einen Bärendienst erwiesen. Brücken wirken, als wären sie geschmolzen, Ortsmarken sind falsch, grosse Städte vom Erdboden verschluckt.

Apple hatte den neuen Kartendienst im Juni angekündigt. Er soll im neuen Betriebssystem iOS 6 für mobile Geräte des Technikriesen Apps wie Google Maps ersetzen. Bisher ist bei Apple für iOS 6 noch keine Google-Maps-App zum herunterladen verfügbar.

AFP/rek

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch