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Analysten fürchten Kurssturz von Apple

Analysten sind von den neusten Zahlen des Technologiekonzerns Apple enttäuscht. Wenn das Management nicht wieder für klare Zuwächse sorgen könne, sei das Unternehmen an der Börse zu hoch bewertet.

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Apple verkauft zwar so viele iPhones und iPads wie nie zuvor, kann die hohen Erwartungen an der Börse aber dennoch nicht erfüllen. Der US-Technologiekonzern verliert im Smartphone-Segment weiter Marktanteile gegen Branchenprimus Samsung.

Der Gewinn stagniert zudem, weil Apple im harten Wettbewerb bei den Preisen Zugeständnisse machen muss. Und nach dem Tod von Firmengründer Steve Jobs fehlen Produkt-Neuheiten, mit denen Apple in der Vergangenheit die Konkurrenz alt aussehen liess.

Sollte sich das Blatt 2014 nicht wenden, fürchten Analysten einen Kurssturz. Heute verloren Apple-Aktien im Frankfurter Handel als Reaktion auf die neuen Quartalszahlen bereits knapp sieben Prozent.

Das Unternehmen aus dem Silicon Valley setzte in den vergangenen drei Monaten, die wegen des Weihnachtsgeschäfts besonders wichtig sind, 51 Millionen iPhones ab.

Experten hatten jedoch damit gerechnet, dass die Marke von 55 Millionen geknackt werden würde. Insgesamt stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut fünf Prozent auf 57,6 Milliarden Dollar. Der Überschuss blieb jedoch mit 13,1 Milliarden Dollar unverändert.

Es habe nur bescheidene Fortschritte gegeben, kritisierte Analyst Alex Gauna von der Investmentbank JMP Securities. Seine Schätzungen für die künftigen Quartale beinhalteten kein Wachstum mehr. «Das ist etwas, worauf Apple eine Antwort finden muss.» Wenn das Management nicht wieder für klare Zuwächse sorgen könne, sei die Bewertung des Unternehmens an der Börse mit aktuell knapp 500 Milliarden Dollar nicht gerechtfertigt. Neue Produkte seien gefragt, so Gauna.

Nach 2010 keine Innovationen

Unter der Führung des charismatischen Steve Jobs, der 2011 starb, hatte Apple erst mit dem iPod die Musikbranche auf den Kopf gestellt und später mit dem iPhone den Handy-Markt umgekrempelt. Das iPad war 2010 die letzte grosse Innovation, die eine ganz neue Nachfrage für solche Tablet-Computer schuf - zulasten herkömmlicher PCs.

Doch seitdem hat die Konkurrenz rund um den Globus enorm aufgeholt und Apple nicht mehr für Furore sorgen können. Bislang gab es nur Gerüchte um mögliche Neuheiten, etwa einer computerbasierten Armbanduhr, eines Apple-Fernsehers oder eines iPhones mit grösserem Bildschirm. Nur präsentieren konnte Firmenchef Tim Cook noch nichts.

Apple enttäuschte die Anleger an der Börse auch mit dem Ausblick auf das laufende Quartal. Hier stellt das Management einen Umsatz von 42 bis 44 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten bislang jedoch im Schnitt mit 46 Milliarden Dollar kalkuliert. Morningstar-Analyst Brian Colello sprach von einem beunruhigenden Zeichen.

Quartal wird es zeigen

Denn das Quartal wird zeigen, wie gut die neue Allianz mit dem grössten chinesischen Mobilfunk-Anbieter anläuft, auf die Apple lange gewartet hat und die den Rückstand in der Volksrepublik verkleinern soll. Ab Mitte Januar werden den Kunden von China Mobile nun auch Apple-Produkte angeboten.

Das soll für frischen Wind sorgen. Die schwache Umsatzprognose schürt allerdings Sorgen, dass die iPhone-Nachfrage in China nicht besonders stark ausfallen könnte. Hier ist die Konkurrenz durch Billig-Anbieter besonders ausgeprägt.

Auch dank der Stärke in Asien hat Samsung im Schlussquartal 2013 sogar 86 Millionen Smartphones verkauft - ebenfalls ein Rekord. Damit haben die Südkoreaner laut Analysehaus Strategy Analytics ihren Vorsprung weiter ausgebaut und kommen mittlerweile auf einen Marktanteil von knapp 30 Prozent.

Apple kommt nur noch auf knapp 18 Prozent, nachdem es ein Jahr zuvor noch 22 Prozent waren. Stark wachsen die Nummer drei und vier, Huawei Technologies und Lenovo. Weltweit sind 2013 erstmals mehr als eine Milliarde Smartphones verkauft worden. Der Absatz schnellte dabei binnen eines Jahres um 38,4 Prozent in die Höhe, wie das Analysehaus IDC mitteilte.

Aktionäre machen Druck

Unter Druck steht Apple auch vonseiten seiner Aktionäre. Der aggressive Finanzinvestor Carl Icahn versucht derzeit Einfluss zu nehmen und fordert, deutlich mehr Geld aus den gigantischen Barmittel-Reserven an die Aktionäre auszuschütten. Um sich noch mehr Gehör zu verschaffen, stockt der 77-Jährige seit Monaten regelmässig seinen Apple-Anteil auf. Bislang ist die Apple-Führung auf seine Wünsche aber noch nicht eingegangen.

Das Unternehmen verkaufte im abgelaufenen Quartal 26 Millionen iPads - gut drei Millionen mehr als im Jahr zuvor. Damit konnten die Markterwartungen erfüllt werden. Der Absatz der Mac-Computer stieg von 4,1 auf 4,8 Millionen Stück. Auf dem absteigenden Ast ist indes der iPod.

Von dem Musik-Abspielgerät wurden nur noch gut sechs Millionen Stück losgeschlagen - weniger als die Hälfte des Vorjahreswertes.

SDA/kle

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