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Der Hochrisikoeintrag

In Freienbach SZ kann eine 15-Jährige ihre Lehrstelle nicht antreten, weil sie sich im Internet über eine Lehrerin lustig machte. Sie ist bei weitem nicht die einzige, die über Einträge bei Facebook & Co. stolperte. Einige Beispiele.

Sie finden Ihren Job langweilig? Ihren Chef blöd? Schön und gut, aber wenn Sie es nicht für sich behalten können, dann vermeiden Sie eine Mitteilung über Internetseiten, die auch Leute sehen können, die ihnen daraus womöglich einen Strick drehen.

Die Missachtung dieser Vorsichtsmassnahme hat schon einige ihren Job gekostet. Jüngstes Opfer ihres Lästermauls ist eine Schülerin aus dem Kanton Schwyz. Noch bevor sie ihre Lehrstelle bei der Gemeinde Freienbach antreten konnte, hat sie sie bereits verloren. Und das, weil sie als Kommentar zum Bild einer Holzkiste auf Facebook ihre Lehrerin beleidigt hatte: «Frau H. passt mit ihrem Arsch sicher nicht in diese Kiste.»

Die Schülerin steht damit in einer immer längeren Reihe von Fällen, bei denen jemand aufgrund einer Äusserung im Internet gefeuert wurde. Die amerikanische «Huffington Post» hat einige Ausrutscher auf Twitter zusammengetragen:

  • Quasi auf der andern Arbeits-Seite der Schwyzer Schülerin hat es David Le, einen Mitarbeiter der Washingtoner Behörden erwischt. Er sollte Jugendlichen helfen, einen Sommerjob zu finden. Le hat das Quartier Anacostia, das er betreute, über Twitter als «Ghetto» bezeichnet und unter anderem auch eingestanden, gefaulenzt zu haben. Das fanden seine Vorgesetzten «unprofessionell, falsch und rassistisch».
  • Einer der ersten Fälle war Connor Riley, die einen Job bei Cisco Systems hätte antreten können. Über Twitter teilte sie ihr Dilemma mit: Sie hasse den Job zwar, freue sich aber auf den «fetten» Zahltag. Jemand bei Cisco hat es gesehen und die Person informiert, die für die Anstellung verantwortlich war.
  • Schauspielerin Jane Adams drückte sich nach einem Essen mit ihrer Vermittlerin in Beverly Hills um die Zahlung. Die Agentin zahlte am nächsten Tag, vergass aber das in den USA wichtige Trinkgeld. Kellner Jon-Barrett Ingels machte seinem Ärger über Twitter Luft. Schauspielerin Adams beklagte sich beim Management, Ingels war seinen Job los.
  • CNN hat sich von ihrer Mittelost-Korrespondentin Octavia Nasr getrennt, nachdem sie den verstorbenen schiitischen Geistlichen Mohammad Hussein Fadlallah über Twitter positiv gewürdigt hatte. Fadlallah wurden radikaler Antiamerikanismus und Verbindungen zu Bombenattentaten nachgesagt, die mehr als 260 Amerikaner das Leben gekostet hatten.
  • Ein Mitarbeiter von California Pizza Kitchen mit dem Übernamen Timothy DeLaGhetto liess wissen, dass er die neuen Arbeitsuniformen einen «lahmen Scheiss» finde. Über die Angaben zu seiner Person im Twitter-Account fand sein Arbeitgeber heraus, in welcher Filiale der anonymisierte Kritiker arbeitet.
  • Geradezu «Twitter-Selbstmord» («The Times») hat Stuart MacLennan begannen, der für die Labour Party ins britische Parlament einziehen wollte. Er hat unter anderem den Konservativen und späteren Premier David Cameron sowie den Liberaldemokraten Nick Clegg beschimpft und ältere Wähler als «coffin-dodgers» bezeichnet (also Leute, die eigentlich längst in den Sarg gehörten). Die Kandidatur des 24-Jährigen war damit beerdigt.

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