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Der nächste Coup

Die Hackergruppe Lulz Security ist in Computer des Amts für öffentliche Sicherheit in Arizona eingedrungen und hat Hunderte vertrauliche Unterlagen im Internet veröffentlicht. Auch die Nato wurde attackiert.

Lulz Security erklärte, wöchentlich «weitere geheime Unterlagen und peinliche private Einzelheiten von Militär und Polizei» ins Netz stellen zu wollen: Erkennungszeichen der Hackergruppe.
Lulz Security erklärte, wöchentlich «weitere geheime Unterlagen und peinliche private Einzelheiten von Militär und Polizei» ins Netz stellen zu wollen: Erkennungszeichen der Hackergruppe.
Keystone

Darunter seien persönliche E-Mails, Ausbildungshandbücher und die Namen, Telefonnummern, Adressen und Passwörter von Mitarbeitern der Behörde, erklärte die Gruppe am Donnerstag. In den entwendeten Dokumenten werde unter anderem der Einsatz von verdeckten Ermittlern beschrieben.

Die Aktion sei ein Protest gegen das Vorgehen gegen irreguläre Einwanderer, hiess es weiter. Mehrere Mitarbeiter des Amtes sagten, sie seien am Donnerstagabend mit Anrufen überschüttet worden. Die meisten hätten versucht, ihre Telefonnummer umgehend ändern zu lassen.

Lulz Security erklärte, wöchentlich «weitere geheime Unterlagen und peinliche private Einzelheiten von Militär und Polizei» ins Netz stellen zu wollen. Ob die Hackergruppe dabei weitere Behörden in Arizona im Visier hat, blieb offen.

FBI informiert

Die Behörden in Arizona unternahmen noch in der Nacht zum Freitag zum Schutz des Computersystems eine Reihe von Gegenmassnahmen, die sie aber nicht weiter erläuterten. Ein Sprecher der Abteilung des FBI in Phoenix erklärte, die Bundespolizei sei über den Hackerangriff unterrichtet. Ob das FBI Ermittlungen aufgenommen hat, sagte er nicht.

In Brüssel teilte die Nato mit, in einem E-Book-Shop der Militärallianz gebe es wahrscheinlich einen Fall von Datendiebstahl. Geheime Daten seien nicht betroffen. Die Website sei blockiert, die Kunden des Shops seien benachrichtigt worden.

Brasilien im Fokus

Auch Internet-Auftritte der brasilianischen Regierung waren erneut Ziel von Hackerangriffen. Die Website des Sportministeriums war am Donnerstag stundenlang nicht abrufbar. Probleme gab es auch mit den Web-Präsenzen des Senats, der zweiten Kammer des Parlaments.

Früher hatte Lulz Security bereits die Websites der brasilianischen Präsidentschaft, des Finanzministeriums und das «Portal Brasil» mit sogenannten Denial-of-Service-Attacken (DDoS) zeitweise lahmgelegt. Die Gruppe bekannte sich auch schon zu Hackerangriffen auf Sony und die Website des US-Geheimdienstes CIA.

SDA/rek

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