Zum Hauptinhalt springen

Der Spezialfall des «Millionärsproblems»

Es ist unmöglich, eine Onlineauktion hundertprozentig zu verschlüsseln. Dies haben holländische und Schweizer Forscher erstmals mathematisch beweisen können.

Informationen beider Parteien können unmöglich gleichzeitig voreinander geheim gehalten werden: Auktionsseite von Ebay.
Informationen beider Parteien können unmöglich gleichzeitig voreinander geheim gehalten werden: Auktionsseite von Ebay.
Ebay.ch

Wer bei Onlineauktionen bietet, will die gebotene Summe sowie die Details der eigenen Person anonym halten. Doch ist der sichere Informationsaustausch überhaupt möglich? Mit der klassischen Physik nicht, doch die Hoffnung ruhte bisher auf der Quantenphysik: Mit ihr lassen sich Lauschangriffe in bestimmten Situationen verhindern – etwa indem ein Code über Lichtteilchen verschickt wird.

Nun zeigen jedoch die Berechnungen von einem Team um Harry Buhrmann von der Universität von Amsterdam, dass es bei einer Zweier-Transaktion unmöglich ist, die Informationen beider Parteien gleichzeitig voreinander geheim zu halten. Einer von beiden gibt sich zwingend preis, wie im Fachblatt «Physical Review Letters» berichtet wird.

«Nicht einmal, wenn Alice und Bob sich Photonen zuschicken»

Die Forscher untersuchten dafür ein mathematisches Problem namens «Millionärsproblem», dass der Situation bei Onlineauktionen gleicht. In diesem wollen die Millionäre Bob und Alice voneinander wissen, wer von beiden der Reichste ist – ohne preiszugeben, wie viel sie jeweils besitzen.

Die Forscher gingen der Frage nach, ob es eine clevere Lösung hierfür gibt, ohne dass einer der beiden seinen Besitz verraten muss. «Wir konnten nun den mathematischen Beweis erbringen, dass das nicht so ist – nicht einmal, wenn Alice und Bob sich Photonen zuschicken können», zitiert die Mitteilung Matthias Christandl, Professor für Quanteninformationstheorie an der ETH Zürich.

Kein sicherer Datenaustausch möglich

Für Onlineauktionen, die einen Spezialfall des Millionärsproblems darstellen, bedeutet das, dass es auch dort keine hundertprozentige Sicherheit beim Datenaustausch geben kann. Die Gesetze der Physik hindern niemanden daran, an unsere Daten zu gelangen, schreibt die ETH.

Damit zeigen die Forscher die Grenzen der Kommunikation mit Quanten auf. Gleichzeitig weisen sie der Quantenkryptografie, also der Verschlüsselung mithilfe der Quantenphysik, den zukünftigen Weg: Ihre Arbeit bestätigt laut Christandl, dass sie ihre Stärken in der Erzeugung von echten Zufallszahlen ausspielen kann. Auf diesen basieren viele für die Wissenschaft essenzielle Computersimulationsmethoden.

SDA/rek

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch