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Der Todeskampf eines sozialen Netzwerks

Social Networks können sich auflösen, wenn der Aufwand für die Bedienung des Netzwerkes den Nutzen für die Mitglieder übersteigt. Dies geht aus einer Studie der ETH Zürich hervor.

Wie lang kann er noch lachen? Facebook-Chef Mark Zuckerberg. (7. März 2013)
Wie lang kann er noch lachen? Facebook-Chef Mark Zuckerberg. (7. März 2013)
AFP

Forscher um Frank Schweitzer von der Professur Systemdesign der ETH Zürich analysierten in einem Fachartikel mit dem Titel «Die Autopsie von Friendster» auf der Onlineplattform Arxiv.org die Gründe für den Aufstieg und Untergang von sozialen Netzwerken.

Sie verglichen dafür mit Modellrechnungen die Plattform Friendster, die zur Blütezeit 100 Millionen Benutzer hatte und 2011 wegen massiver Mitgliederflucht geschlossen werden musste, mit den vier aktiven Netzwerken Facebook, Orkut, Livejournal und Myspace.

Zwei Faktoren bestimmen demnach die Widerstandsfähigkeit eines sozialen Netzwerks, wie die ETH am Mittwoch auf der Onlineplattform ETH Life schrieb. Zum einen spielt das Aufwand-Nutzen-Verhältnis eine Rolle, zum anderen, wie stark die User untereinander verknüpft sind.

Redesign führt zu Abwanderung

So verschlechterte das Redesign von Friendster 2009 die Benutzbarkeit und führte zu technischen Problemen. Damit sank das Aufwand-Nutzen-Verhältnis der User. Bietet dann die Konkurrenz etwas Besseres an, wechseln die ersten die Online-Community. Ihnen folgen andere, die mit den Ausgetretenen verbunden waren.

Diese Abwanderungskaskade könne jedem Netzwerk drohen, schreiben die Forscher – zum Beispiel Facebook, das eben seine Benutzeroberfläche überholt hat. «Facebook ist weniger robust gegenüber solchen Kaskaden, als man vielleicht annehmen könnte», schliesst Mitautor Pavlin Mavrodiev aus den Modellrechnungen mit Teilen der Facebook-Benutzerdaten.

Die Forscher erwarten, dass sich mit ihrer Methode abschätzen liesse, welche Auswirkungen das jüngste Redesign von Facebook auf die Mitgliederzahlen haben werde.

Vernetzung der User zentral

Widerstandsfähig ist ein Netzwerk laut den Forschern dann, wenn sich die Kaskade eindämmen lässt. Das hängt davon ab, wie gut die User untereinander verknüpft sind: Je weniger Kontakte jemand noch hat, desto höher ist der Aufwand und tiefer der Nutzen für die Benutzung des Netzwerks. In so einem Fall wird eine Abwanderungswelle kaum aufzuhalten sein.

Viele Nutzer zu haben sei demnach alleine keine Garantie für das Überleben einer Online-Community. Allerdings brauche auch nicht jedes soziale Netzwerk eine starke Vernetzung der Mitglieder, erklärte Mavrodiev. Die User von Youtube beispielsweise seien kaum vernetzt, dafür sei das Aufwand-Nutzen-Verhältnis sehr gut.

SDA/rek

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