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Fertig Downloads? Google auf dem Sprung zum Musikkonzern

Noch diesen Herbst soll das Internetunternehmen mit einer iTunes-Konkurrenz starten, bei der man Songs nicht mehr herunterladen muss. Die Musikindustrie kann es kaum erwarten.

Hip-Hop-Grösse Mos Def spielt für Google. Der Konzern plant offenbar den Aufbau einer Streaming-Plattform für Songs.
Hip-Hop-Grösse Mos Def spielt für Google. Der Konzern plant offenbar den Aufbau einer Streaming-Plattform für Songs.
Reuters

iTunes ist die grösste Liederverkaufsplattform im Internet. Gemäss Angaben des Webanalyse-Portals Bigchampagne.com wurden weltweit im vergangenen Jahr via Apples Onlinemusikladen eine Milliarde Songs heruntergeladen. Allein im wichtigsten Markt USA erreicht iTunes im Online-Handel derzeit einen Marktanteil von 70 Prozent.

Doch wie lange noch? Cupertinos Konkurrent Google plant offenbar den Aufbau einer ähnlichen Plattform, wie die gewöhnlich gut informierte Branchensite Cnet.com berichtet. Der Dienst namens Google Music soll im Herbst starten und auf allen Geräten mit Browsern verfügbar sein. Der Clou: Google Music wird direkt im Browser laufen und sowohl direkte Kauf-Links als auch Streaming-Angebote beinhalten.

Vage Ankündigungen

Gerüchte über die Lancierung eines eigenen Musikdiensts des Suchmaschinenunternehmens gibt es seit einer vagen Ankündigung auf der Messe CES in Las Vegas anfang Jahr. Sie wurden zusätzlich genährt durch Vorschauen auf einer Google-Entwicklerkonferenz im Juni (unter anderem Previews zu einem aktualisierten Benutzerinterface für den Android Musik Player und einem Musikdownload des Android Markets). Google selber äussert sich nicht zu den neuen Spekulationen um eine iTunes-Alternative. «Momentan haben wir nichts Neues anzukündigen», so Pressesprecher Matthias Meyer auf eine Anfrage von Redaktion Tamedia.

Musikkonzerne in Lauerstellung

Die grossen Musikkonzerne gehen offenbar von einem baldigen Marktstart aus. So haben bereits 2009 die weltgrössten Musikkonzerne Warner, EMI, Sony und Vivendi Universal amerikanischen Medienberichten zufolge ihre Kataloge für einen neuen Google-Service lizenziert. Damals meldete das «Wall Street Journal» dass bei diesem Dienst die Einnahmen der Downloads zwischen den Onlinemusikläden und den Musikkonzernen geteilt werde.

Schweizer Musikindustrie begrüsst Neuerung

Auch die Schweizer Musikindustrie setzt grosse Hoffnungen in Google Music. «Ein Modell, das auch das Streamen von Musik erlaubt, finde ich persönlich sehr gut. Ich glaube nicht, dass der Kunde heute alles immer speichern will. Und: Man muss die beiden Geschäftsmodelle Downloads und Streaming nicht gegeneinander ausspielen. Beide haben ihre Berechtigung», sagt Beat Högger vom Verband der Schweizer Musikwirtschaft (IFPI).

Zwar mache das Geschäft mit physischen Datenträger, also CDs, noch immer den Hauptumsatz aus. Aber Musikkäufe übers Internet würden stetig zunehmen. «Wir begrüssen jedes legale Geschäftsmodell. Denn das heisst, dass die Konsumenten mehr Wahlmöglichkeiten haben. Konkurrenz ist nie ungesund.»

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