Zum Hauptinhalt springen

Mehr digitale Transparenz

Apple muss Millionen an Kunden zurückzahlen. Es dürfte der Anfang von mehr Konsumentenschutz im Internet sein.

Apple muss für App-Store-Fehlkäufe geradestehen. Ein Kind mit dem elterlichen iPhone.
Apple muss für App-Store-Fehlkäufe geradestehen. Ein Kind mit dem elterlichen iPhone.
Gaetan Bally, Keystone

Die amerikanische Verbraucherschutzbehörde (FTC) hat Apple öffentlichkeitswirksam auf die Finger gehauen. In einem Vergleich verpflichtet sich der Konzern jetzt, umgerechnet 29,5 Millionen Franken an Eltern zurückzuzahlen, deren Kinder unerlaubterweise auf iPads und iPhones eingekauft hatten. Apple habe es Kindern zu einfach gemacht, ohne die Zustimmung ihrer Eltern Geld auszugeben, rügte die Behörde.

Darum verspricht Apple nun, die Kunden künftig unmissverständlich über die Kosten zu informieren und vor unliebsamen Rechnungen zu bewahren. Kinder und Erwachsene, die in einem Spiel neue Tiere oder magische Kräfte kaufen, sollen über die wahren Kosten der digitalen Güter aufgeklärt werden.

Für Apple-Kunden ist das eine gute Nachricht. Auch wenn es in erster Linie Sache der Eltern ist, ihren Kindern im Umgang mit Tablets und Smartphones Grenzen zu setzen, ist mehr Kostentransparenz und -kontrolle auf jeden Fall willkommen. Den Computerriesen dürfte der Vergleich dagegen kaum schmerzen. Bei 130 Milliarden Franken an Reserven können die Kalifornier die rund 30 Millionen aus der Portokasse bezahlen.

Der Vergleich zeigt, dass die Gesetze der realen Welt auch vor der digitalen Welt nicht haltmachen. Die Justiz braucht nur etwas Zeit, sich den Durchblick zu verschaffen. Der vor fünf Jahren eröffnete Appstore von Apple hat sich zur Goldgrube entwickelt. Inzwischen buhlen auch die Appstores von Google, Microsoft oder Amazon um Kunden. Je mehr Leute in diesen digitalen Supermärkten einkaufen und je mehr Geld sie für digitale Güter ausgeben, desto wichtiger werden auch Konsumentschutzanliegen.

Im Gegensatz zu den Software-CDs von früher kann man Apps nämlich nicht mehr weiterverkaufen oder verschenken. Alle Käufe sind mit einem Nutzerkonto untrennbar verbunden. Das ist lukrativ für die Händler – aber ein Rückschritt für die Kunden. Daher ist der Apple-Vergleich erst der Anfang, was den digitalen Konsumentenschutz betrifft: Rückgaberecht, Garantie, Wiederverkauf, Weitergabe und Vererbung von digitalen Gütern werden Konsumenten, Händler und Gesetzgeber beschäftigen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch