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USA wollen Internetverwaltung abgeben

Die USA stehen wegen der NSA-Affäre unter Druck. Wohl auch deshalb hatte sich die EU kürzlich für eine Globalisierung der Internetverwaltung ausgesprochen. Nun reagieren die USA.

Wem gehört das Netz? Domänennamen auf einer Präsentationsfolie der ICANN. (Archivfoto)
Wem gehört das Netz? Domänennamen auf einer Präsentationsfolie der ICANN. (Archivfoto)
AFP

Die USA wollen ihre zentrale Rolle bei der Verwaltung des Internets zugunsten einer «globalen» Regelung aufgeben. Die alleinige Aufsicht der US-Regierung über die Internet-Adressverwaltung ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) solle schrittweise beendet werden, kündigte das Handelsministerium in Washington an. Dieser Schritt leite die letzte Phase der Privatisierung der Internetverwaltung ein, sagte Vizeminister Lawrence Strickling.

Die ICANN koordiniert nicht nur Domänennamen, sondern auch die für den Internetverkehr grundlegenden IP-Adressen sowie weitere technische Aspekte der Datenübermittlung. Die US-Regierung hat seit der Gründung der privaten Einrichtung 1998 als einzige Stelle Einblick in deren Strategie und Tätigkeit.

Neue Aufsichtsstruktur

ICANN-Präsident Fadi Chehadé begrüsste die Ankündigung Washingtons. Er lade alle Regierungen, den Privatsektor, die Zivilgesellschaft sowie Internet-Organisationen ein, Vorschläge einzubringen, um eine «globale Aufsicht» über das Internet zu schaffen. Eine internationale Konferenz in Brasilien solle im April genutzt werden, um über eine neue Aufsichtsstruktur zu sprechen.

Die USA stehen derzeit wegen der Affäre um die Spähaktivitäten des Geheimdienstes NSA unter Druck. Wohl auch deshalb hatte sich die EU kürzlich für eine «Globalisierung der ICANN» ausgesprochen. Andere Staaten forderten, die Internetverwaltung unter die Kontrolle der UNO zu stellen. Die nun bekannt gegebene Entscheidung Washingtons hat auf die Internetnutzer keine unmittelbar erkennbaren Auswirkungen.

AFP/kle

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