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Android at Its Best

Google verkauft ein neues Smartphone. «Pixel 2» zeigt eindrücklich, was mit der neusten Android-Version alles möglich ist.

Die zweite Auflage von «Pixel», des Google-Smartphones, überzeugt mit hervorragender Kamera und neuster Software.
Die zweite Auflage von «Pixel», des Google-Smartphones, überzeugt mit hervorragender Kamera und neuster Software.
Keystone

Eines vorweg: So überzeugend wie auf diesem Gerät war Android noch nie. Es macht Spass, mit dem «Pixel 2» zu arbeiten und zu spielen. Nicht weil das Gerät besonders schick wäre: Es ist zwar das edelste Smartphone, das Google je verkauft hat, und es ist durchaus gut verarbeitet.

Mit seinem leicht kantigen Gehäuse kommt es aber nicht an die geschliffenen und polierten Boliden einiger Konkurrenten heran. Ansonsten kann das Gerät aber problemlos mithalten. Die Nutzeroberfläche ist schön gestaltet, verspielt und läuft trotzdem flüssig. Als Googles Vorzeigegerät dürfte das ­«Pixel 2» besonders lang mit Android-Aktualisierungen versorgt werden.

Hergestellt wurde das Gerät von HTC. Das ist indes – anders als früher bei den von Google ­vermarkteten Nexus-Geräten – nicht auf der Rückseite aufgedruckt. Vermutlich auch, weil HTM mittlerweile ein bisschen Google ist: Im Herbst hat der Internetgigant für 1,1 Milliarden Dollar einen Teil des kriselnden taiwanischen Herstellers HTC übernommen.

Schneller Prozessor

Im «Pixel 2» steckt fast alles, was technisch machbar ist: ein schneller Prozessor mit acht Kernen, 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und wahlweise 64 oder 129 Gigabyte normalem Speicher, ein brillanter Bildschirm. Das «Pixel 2» verfügt bloss über einen Anschluss. Über die USB-C-Buchse wird das Gerät geladen, und auch der Kopfhörer wird dort angeschlossen; ein Adapter für Klinkenstecker liegt bei.

Einzige Wermutstropfen: Der Fingerabdrucksensor befindet sich auf der Rückseite, sodass das Gerät stets vom Tisch genommen werden muss, wenn man sich per Fingerabdruck einloggen will. Im Gerät findet nur eine SIM-Karte Platz. Und auch einen Einschub für ein Speicherkärtchen sucht man ­vergebens. Mehr Speicher ist laut Google sowieso überflüssig: Wer das Gerät kauft, kann alle Fotos und Videos kostenlos in die Speicherwolke des Konzerns laden – bis 2020 in voller Auflösung, ab dann wohl leicht verkleinert.

Spezielle Software

Das Speicherbeispiel zeigt: Es sind nicht die Komponenten, die das «Pixel 2» speziell machen, sondern die Software. So auch im Bereich Fotografie: Während Konkurrenten wie Samsung und Huawei bei der Rückkamera auf eine Kombination aus Weit­winkel- und Teleobjektiv beziehungsweise auf eine Kombination aus einem Farb- und einem Schwarzweisssensor sowie auf Leica-Linsen setzen, steckt im «Pixel 2» lediglich eine Rückkamera.

Diese bietet eine Auflösung von 12 Megapixeln. Trotzdem soll sich die Schärfentiefe nachträglich justieren lassen. Und trotzdem sollen Bokeh-Effekte wie bei einer «richtigen» Kamera möglich sein. Diese werden aber mit neusten Algorithmen errechnet. Das gelingt Google erstaunlich gut: Das «Pixel 2» braucht den Vergleich mit den besten Smartphones nicht zu scheuen. Einzig, wenn man ein Objekt stark heranzoomt, schneiden Smartphones besser ab, die mit einer zusätzlichen Telelinse bestückt sind.

Spannende Spielereien

Daneben punktet das «Pixel 2» mit allerhand spannenden Spielereien. Zum Beispiel mit den animierten Bildschirmhintergründen: Beim Strandfoto brechen sich die Wellen, auf der Luftaufnahme kurven Autos über die Bergstrasse, und bei der Aufnahme der Erde werden Wolken und Blitze eingeblendet – abhängig von den aktuellen Meteodaten.

Für Musikliebhaber mag die Funktion «Now Playing» interessant sein, die im Einstellungs­menü versteckt ist. Wird sie aktiviert, analysiert das Smartphone die Umgebungsgeräusche. Erkennt es Musik, werden der Name und der Interpret eingeblendet.

Im Gegensatz zu Apps wie Shazam, Soundhound oder Google Now, die Ähnliches versprechen, funktioniert das, ohne dass Tondaten zur Verarbeitung in die Cloud geschickt werden. Allerdings erkennt das Gerät nur jene 20'000 besonders populären Titel, deren «Fussabdrücke» lokal gespeichert sind.

Das Testgerät wurde von Digitec zur Verfügung gestellt. Es kostet dort je nach Speicherausbau 900 oder 1050 Franken. Das «Pixel 2» ist zudem in einer – ansonsten baugleichen – Version mit grösserem Bildschirm erhältlich.

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