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Das einheitliche Handy-Ladegerät ist da

Es ist klein, schwarz und unscheinbar - aber es dürfte das Leben von Millionen europäischer Handynutzer vereinfachen. Am Dienstag wurde das erste europaweit einheitliche Mobile-Aufladegerät vorgestellt.

Das ist es: Dank diesem Zubehör sollen Konsumenten künftig Handys auch ohne zugehöriges Aufladegerät kaufen können.
Das ist es: Dank diesem Zubehör sollen Konsumenten künftig Handys auch ohne zugehöriges Aufladegerät kaufen können.
Keystone

Es ist klein, schwarz und unscheinbar - aber es dürfte das Leben von Millionen europäischen Mobilfunknutzern vereinfachen. Am Dienstag hat die Industrie in Brüssel das erste europaweit einheitliche Handy-Aufladegerät vorgestellt. Bereits in wenigen Wochen könnten erste Exemplare in den europäischen Handel kommen, erklärte eine Sprecherin des europäischen HighTech-Verbandes DigitalEurope.

«Wir sind erst am Anfang»

Künftig sollen Verbraucher dann Handys auch ohne zugehöriges Aufladegerät kaufen können. Die Kommission rechnet damit, dass in der Folge die Preise für Aufladegeräte sinken werden. EU-Industriekommissar Antonio Tajani sprach von einer «kleinen Revolution» und machte Hoffnung darauf, dass es auch für andere elektronische Geräte wie Kameras oder MP3-Player künftig ein einheitliches Ladegerät geben könnte.

«Wir sind erst am Anfang», sagte er. Nach Angaben von DigitalEurope-Chefin Bridget Cosgrave hat die Industrie schon mit Überlegungen in diese Richtung begonnen. Zudem sei es möglich, dass auch Hersteller in anderen Regionen die neue Norm für Aufladegeräte übernähmen.

Im Juni 2009 hatten sich 14 Smartphone-Hersteller auf die Entwicklung einer einheitlichen Schnittstelle für Mobiltelefone geeinigt, die zur Datenübermittlung fähig sind. Ihre Produkte machen nach Kommissionsangaben rund 90 Prozent des europäischen Marktes aus. Bei den Unternehmen handelt es sich um Apple, Emblaze Mobile, Huawei Technologies, LGE, Motorola Mobility, NEC, Nokia, Qualcomm, Research In Motion (RIM), Samsung, Sony Ericsson, TCT Mobile (Alcatel), Texas Instruments und Atmel.

Vergangenen Dezember legten dann schliesslich die europäischen Normungsorganisationen die technischen Standards fest. Damals rechnete die Kommission damit, dass die entsprechenden Geräte bereits in den ersten Monaten 2011 erhältlich sein würden. Beim deutschen Informationswirtschaftsverband Bitkom hiess es am Montag, die ersten Ladegeräte würden «in diesem Jahr» in den Handel kommen. Da sich jeder Nutzer im Durchschnitt alle zwei Jahre ein neues Gerät kauft, rechnet die Kommission damit, dass bereits 2013 die meisten Telefone über die einheitliche Schnittstelle aufgeladen werden können.

Elektroschrott vermeiden

Vom einheitlichen Ladegerät verspricht sich die Europäische Kommission nicht nur eine deutliche Vereinfachung für die europäischen Verbraucher. Es geht auch um die Vermeidung von Elektroschrott, da bislang beim Kauf eines neuen Mobiltelefons nicht selten auch ein neues Ladegerät zum Einsatz kam. Da die neuen Aufladegeräte laut Industrie für eine Lebensdauer von rund zehn Jahren konzipiert sind, könnte viel Elektroschrott vermieden werden.

Nach Angaben der Europäischen Kommission gibt es europaweit derzeit geschätzt 500 Millionen Mobiltelefone - und dazu 30 unterschiedliche Aufladegeräte - auf dem Markt. Allein die Tatsache, dass bei jedem Kauf eines anderen Mobiltelefones auch ein neues Aufladegerät fällig werde, sorge pro Jahr für mehr als 51'000 Tonnen Elektroschrott.

dapd/rek

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