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Ein Jahrzehnt Handy-Multimedia

Die Auktion von Schweizer UMTS-Lizenzen im Jahr 2000 endete für den Bund mit einem Reinfall: Statt der erwarteten Milliarde wurde nur der Mindestbetrag von 205 Millionen Franken in die Staatskasse gespült.

Die Sieger von 2000: Die Schweizer UMTS-Lizenzen gingen an die einzigen vier Bieter Swisscom, Sunrise/Diax und die spanische Telefonica. Letztere verlor die Lizenz später wieder.
Die Sieger von 2000: Die Schweizer UMTS-Lizenzen gingen an die einzigen vier Bieter Swisscom, Sunrise/Diax und die spanische Telefonica. Letztere verlor die Lizenz später wieder.
Keystone

Die vier Schweizer UMTS-Lizenzen gingen an die einzigen vier Bieter: Swisscom, Sunrise/Diax und die spanische Telefonica. Sie erhielten die begehrten Mobilfunklizenzen im Dezember zum Minimalpreis von 50 Millionen Franken. Orange erhöhte das Angebot noch grosszügig auf 55 Millionen Franken.

Eigentlich hätte die Auktion einen Monat früher stattfinden sollen, dieser Termin war aber geplatzt. Von den zehn Interessenten hatten sich fünf kurz vor der Versteigerung zurückgezogen. Zudem fusionierten Sunrise und Diax.

Der Bund untersuchte danach, ob es Hinweise für unzulässige Absprachen zwischen den vier Auktionsteilnehmer gibt, kam aber zum Schluss, dass die UMTS-Auktion durchgeführt werden sollte.

Glücksfall für Bieter

Für die Unternehmen Swisscom, Orange und Co. war es ein Glücksfall. Die eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) hingegen stand von politischer Seite in harscher Kritik, die Mindestgebühren zu tief festgelegt zu haben. Der Regulator verteidigte sich: Verglichen mit England oder Deutschland sei die Lizenzgebühr pro Kopf der Bevölkerung in der Schweiz höher.

Wegen der Milliardeneinnahmen in den Nachbarländern waren die Erwartungen auch hierzulande in die Höhe geschossen. Vor dem Platzen der Internetblase nahm Deutschland bei der UMTS-Versteigerung fast 50 Milliarden Euro ein. In Grossbritannien spülten die Lizenzen 22,48 Milliarden Pfund (damals umgerechnet 57 Milliarden Fr.) in die Staatskasse.

Telefonica verlor die Lizenz

Für den nächsten Flop sorgte zwei Jahre später der spanische Telekomkonzern Telefonica. Nachdem sich das Unternehmen eine der begehrten UMTS-Lizenzen ersteigert hatte, legten die Spanier ihre Projekte in der Schweiz - aber auch in Deutschland, Italien und Österreich auf Eis. Als Grund gaben sie schlechte Erfahrungen im deutschen Markt an.

Bis 2004 hatte Telefonica demnach keine einzige UMTS-Antenne in der Schweiz aufgestellt. Nach den Auflagen der ComCom hätten aber mindestens 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung abgedeckt werden müssen. Als Konsequenz wurde den Spaniern 2006 die Lizenz entzogen.

SDA/rek

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