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Google will uns an den Kragen

Ein neues Patent zeigt, was uns in den nächsten Jahren erwarten könnte. Telefonieren wir schon bald durch einen Chip am Hals?

Das Motorola-Patent zeigt den Mikrofon-Chip am Hals eines Nutzers. Screenshot: pdfaiw.uspto.gov/
Das Motorola-Patent zeigt den Mikrofon-Chip am Hals eines Nutzers. Screenshot: pdfaiw.uspto.gov/

Computer und ihre Bestandteile werden immer kleiner und sollen dereinst unmerklich in unseren Kleidern oder gar auf unseren Körpern ihren Dienst tun. Die Google-Brille oder die Smartwatches (Eine kluge Uhr, aber eine Hand zu wenig) sind erste Vorboten dieser Entwicklung. Einen nächsten Schritt zeigt ein neu angemeldetes Patent der Google-Tochter Motorola, das «Computerworld»und andere Medien in der Flut an neuen Patenten gefunden haben.

Der im Mai 2012 eingereichte und am 7. November 2013 veröffentlichte Eintragbeim US Patent & Trademark Office beschreibt ein elektronisches Tattoo am Hals, das als Mikrofon dienen soll. Es muss aber nicht zwingend ein Tattoo sein. Das Patent erwähnt auch die Möglichkeit eines Halsbands.

Wie bei Kampfpiloten

Die Technik dahinter nennt sich Kehlkopfmikrofon und kommt etwa bei Panzerfahrern zum Einsatz. Das Mikrofon fängt den Schall noch im Körper selber ab, bevor er aus dem Mund kommt. Das ist besonders hilfreich, wenn die Umgebung sehr laut ist.

Das technische Gegenstück dazu ist die Knochenschalltechnologie der Google-Brille. Sie überträgt den Schall statt mit Kopfhörern direkt über den Schädelknochen ins Ohr.

Das Patent beschreibt weiter, wie auf dem Tattoo auch eine Sendeeinheit das Tonsignal weiterleiten kann. Auch soll das Mikrofon drahtlos aufgeladen werden können.

Der Lügendetektor am Hals

Beim Punkt 27 des Patentdokuments dürfte es selbst dem grössten Optimisten leicht unwohl werden. Dort heisst es nämlich: Optional soll sich damit auch wie bei einem Lügendetektor die galvanische Hautreaktion messen lassen. «Ein Nutzer, der nervös ist oder falsche Angaben macht, könnte andere Hautreaktionen aufweisen als ein Individuum, das mit Selbstsicherheit die Wahrheit sagt.»

Weiter sei denkbar, das Mikrofontattoo auch an Tieren anzubringen. Ob dieses Patent aber je zu einem tatsächlichen Produkt wird oder ob es als Karteileiche im Patentamt endet, werden die nächsten Jahre zeigen.

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