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Kinder in den Gefahren der digitalen Welt

Jugendliche greifen weniger zu Alkohol und Tabak als früher. Dafür ist der Internetkonsum ihrer Kinder für viele Eltern zum Problem geworden. Swisscom und Cablecom bieten Medienkurse für Eltern an.

Mirjam Comtesse
Allzu strikte Limiten für die Unterhaltungszeit am Computer, im Internet, vor dem Fernseher und am Handy sind oft wenig zielführend. Als Faustregel gilt, dass es darauf ankommt, was ein Kind sonst noch unternimmt: ob es Freundschaften pflegt und regelmässig an die frische Luft geht. Die ZHAW gibt in einem nationalen Leitfaden aber Richtwerte an: «Kinder unter 3 Jahren gehören nicht vor den Fernseher», heisst es darin. Okay seien in diesem Alter ab und zu altersgerechte DVDs oder Filme, ebenso Spiele über Apps. Dabei brauche es allerdings die ständige Begleitung durch Erwachsene, weil Kleinkinder mit dem Gesehenen leicht überfordert sind. Drei- bis Neunjährige sollten nicht viel mehr als eine halbe Stunde pro Tag vor dem Bildschirm verbringen. Danach gelte bis etwa 12 Jahre ein Maximum von rund zehn Stunden pro Woche. Mehr Freiraum wird Teenagern zugestanden: «Problematisch für Jugendliche ist, wenn sie in der Freizeit pro Woche mehr als zwanzig Stunden surfen und gamen.» Falls die Kinder deutlich mehr Zeit vor dem Bildschirm verbringen, sollten die Eltern mit ihnen reden oder bei Experten wie etwa der Pro Juventute Unterstützung einholen.
Allzu strikte Limiten für die Unterhaltungszeit am Computer, im Internet, vor dem Fernseher und am Handy sind oft wenig zielführend. Als Faustregel gilt, dass es darauf ankommt, was ein Kind sonst noch unternimmt: ob es Freundschaften pflegt und regelmässig an die frische Luft geht. Die ZHAW gibt in einem nationalen Leitfaden aber Richtwerte an: «Kinder unter 3 Jahren gehören nicht vor den Fernseher», heisst es darin. Okay seien in diesem Alter ab und zu altersgerechte DVDs oder Filme, ebenso Spiele über Apps. Dabei brauche es allerdings die ständige Begleitung durch Erwachsene, weil Kleinkinder mit dem Gesehenen leicht überfordert sind. Drei- bis Neunjährige sollten nicht viel mehr als eine halbe Stunde pro Tag vor dem Bildschirm verbringen. Danach gelte bis etwa 12 Jahre ein Maximum von rund zehn Stunden pro Woche. Mehr Freiraum wird Teenagern zugestanden: «Problematisch für Jugendliche ist, wenn sie in der Freizeit pro Woche mehr als zwanzig Stunden surfen und gamen.» Falls die Kinder deutlich mehr Zeit vor dem Bildschirm verbringen, sollten die Eltern mit ihnen reden oder bei Experten wie etwa der Pro Juventute Unterstützung einholen.
Keystone
Eltern sollten mit ihrem Kind unbedingt die wichtigsten Verhaltensregeln besprechen: Beim Chatten in öffentlichen Foren soll es niemandem seinen richtigen Namen, seine Adresse, den Wohnort oder die Telefonnummer verraten. Ein absolutes Tabu ist es auch, jemanden zu treffen, den man nur aus dem Internet kennt. Chats explizit für Kinder gibts unter: zambo.ch und spick.ch.
Eltern sollten mit ihrem Kind unbedingt die wichtigsten Verhaltensregeln besprechen: Beim Chatten in öffentlichen Foren soll es niemandem seinen richtigen Namen, seine Adresse, den Wohnort oder die Telefonnummer verraten. Ein absolutes Tabu ist es auch, jemanden zu treffen, den man nur aus dem Internet kennt. Chats explizit für Kinder gibts unter: zambo.ch und spick.ch.
zvg/spick.ch
Wenn jemand intime Fotos von sich oder von anderen via Internet oder Handy verschickt, dann spricht man von Sexting. «Als Grundregel gilt, dass man nur Bilder von sich weiterleitet, zu denen man auch auf dem Pausenplatz stehen könnte», sagt Laurent Sédano von?der Pro Juventute. Kinder sollten auch wissen, dass es verboten ist, auf jemanden Druck auszuüben, damit er ein erotisches Fotos von sich weitergibt. Falls ein solches Bild verbreitet wurde, können die Eltern rechtliche Schritte ankündigen, damit die Fotos gelöscht werden, die Schule miteinbeziehen und bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die gibt es rund um die Uhr beim Verein Elternnotruf unter 0848354555 und bei der Pro Juventute Elternberatung unter 058 2616161.
Wenn jemand intime Fotos von sich oder von anderen via Internet oder Handy verschickt, dann spricht man von Sexting. «Als Grundregel gilt, dass man nur Bilder von sich weiterleitet, zu denen man auch auf dem Pausenplatz stehen könnte», sagt Laurent Sédano von?der Pro Juventute. Kinder sollten auch wissen, dass es verboten ist, auf jemanden Druck auszuüben, damit er ein erotisches Fotos von sich weitergibt. Falls ein solches Bild verbreitet wurde, können die Eltern rechtliche Schritte ankündigen, damit die Fotos gelöscht werden, die Schule miteinbeziehen und bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die gibt es rund um die Uhr beim Verein Elternnotruf unter 0848354555 und bei der Pro Juventute Elternberatung unter 058 2616161.
Keystone
Das Problem beim sogenannten Cybermobbing ist, dass Eltern oft nicht erfahren, dass ihr Kind schikaniert wird. Deshalb empfiehlt es sich, früh über diese Gefahr zu sprechen und mit dem Kind zu überlegen, an welche Vertrauensperson es sich im Notfall wenden will. Die Kinder und Jugendlichen können auch vorbeugen, indem sie nicht jede Freundschaftsanfrage annehmen. Falls es zu Cybermobbing gekommen ist, gilt es, Beweismaterial zu sammeln, je nachdem Schule und Lehrer zu informieren und professionelle Hilfe zu suchen (siehe dazu vorhergehende Antwort zu erotischen Fotos). Ebenfalls wichtig ist, dass das Kind online möglichst nicht auf die Attacke reagiert. Dies könnte das Problem nur verschlimmern.
Das Problem beim sogenannten Cybermobbing ist, dass Eltern oft nicht erfahren, dass ihr Kind schikaniert wird. Deshalb empfiehlt es sich, früh über diese Gefahr zu sprechen und mit dem Kind zu überlegen, an welche Vertrauensperson es sich im Notfall wenden will. Die Kinder und Jugendlichen können auch vorbeugen, indem sie nicht jede Freundschaftsanfrage annehmen. Falls es zu Cybermobbing gekommen ist, gilt es, Beweismaterial zu sammeln, je nachdem Schule und Lehrer zu informieren und professionelle Hilfe zu suchen (siehe dazu vorhergehende Antwort zu erotischen Fotos). Ebenfalls wichtig ist, dass das Kind online möglichst nicht auf die Attacke reagiert. Dies könnte das Problem nur verschlimmern.
Vlad Nikolaev
Beim beliebtesten sozialen Netzwerk Facebook dürfen Jugendliche offiziell erst ab 13 Jahren ein eigenes Konto haben. Für Kinder, die unbedingt früher einsteigen möchten, gibt es speziell auf sie zugeschnittene Netzwerke wie Zambo.ch oder Mein-kika.de. Eltern sollten mit ihrem Kind im Vorfeld darüber reden, wie viel Information man sinnvollerweise preisgibt und was man lieber für sich behält. Fotos sind besser nur für die engsten Freunde sichtbar. Es empfiehlt sich auch, dass Kinder und Jugendliche ein gutes Passwort wählen und den Onlinefreundeskreis regelmässig aktualisieren. «Wer im realen Leben nicht mehr zum Freundeskreis dazugehört, sollte dies online ebenfalls nicht mehr», hält die Pro Juventute fest. Eltern müssen sich zudem überlegen, ob sie wirklich mit ihrem Kind im Internet «befreundet» sein wollen. Sédano betont: «Ab einem gewissen Alter ist es nicht mehr angebracht, das Kind auf sozialen Netzwerken zu kontrollieren.»
Beim beliebtesten sozialen Netzwerk Facebook dürfen Jugendliche offiziell erst ab 13 Jahren ein eigenes Konto haben. Für Kinder, die unbedingt früher einsteigen möchten, gibt es speziell auf sie zugeschnittene Netzwerke wie Zambo.ch oder Mein-kika.de. Eltern sollten mit ihrem Kind im Vorfeld darüber reden, wie viel Information man sinnvollerweise preisgibt und was man lieber für sich behält. Fotos sind besser nur für die engsten Freunde sichtbar. Es empfiehlt sich auch, dass Kinder und Jugendliche ein gutes Passwort wählen und den Onlinefreundeskreis regelmässig aktualisieren. «Wer im realen Leben nicht mehr zum Freundeskreis dazugehört, sollte dies online ebenfalls nicht mehr», hält die Pro Juventute fest. Eltern müssen sich zudem überlegen, ob sie wirklich mit ihrem Kind im Internet «befreundet» sein wollen. Sédano betont: «Ab einem gewissen Alter ist es nicht mehr angebracht, das Kind auf sozialen Netzwerken zu kontrollieren.»
Keystone
Darauf gibt es natürlich keine einfache Antwort. Das Minimum besteht jedoch darin, dass alle Familienmitglieder, also auch Vater und Mutter, während des Essens das Handy weglegen. Einen einfachen Trick kennt zudem der Swisscom-Experte Giorgio Macaluso: Er mache in seiner Familie regelmässig das «Türmli-Spiel». Dabei legt jeder sein Handy auf einen Haufen. Wer als Erster danach greift, verliert und muss je nachdem die Küche aufräumen oder sonst eine Aufgabe erledigen. Macaluso rät auch, dass ein Kind auf jeden Fall einen eigenen Wecker haben und nicht die Alarmfunktion des Handys nutzen sollte. «So kann es das Smartphone am Abend an einem bestimmten Ort parkieren und nimmt es nicht noch mit ins Bett.»  Ein eigenes Handy wird im Übrigen nicht vor dem neunten Geburtstag empfohlen.
Darauf gibt es natürlich keine einfache Antwort. Das Minimum besteht jedoch darin, dass alle Familienmitglieder, also auch Vater und Mutter, während des Essens das Handy weglegen. Einen einfachen Trick kennt zudem der Swisscom-Experte Giorgio Macaluso: Er mache in seiner Familie regelmässig das «Türmli-Spiel». Dabei legt jeder sein Handy auf einen Haufen. Wer als Erster danach greift, verliert und muss je nachdem die Küche aufräumen oder sonst eine Aufgabe erledigen. Macaluso rät auch, dass ein Kind auf jeden Fall einen eigenen Wecker haben und nicht die Alarmfunktion des Handys nutzen sollte. «So kann es das Smartphone am Abend an einem bestimmten Ort parkieren und nimmt es nicht noch mit ins Bett.» Ein eigenes Handy wird im Übrigen nicht vor dem neunten Geburtstag empfohlen.
Keystone
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Fernsehen und Internet sind für die meisten Kinder und Jugendlichen Alltag. Das liegt nicht zuletzt an den Smartphones: 95 Prozent aller Schweizer Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren besassen im vergangenen Jahr ein eigenes Smartphone. Das hält die aktuelle James-Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) fest. Aber nicht erst im Teenageralter fragen sich viele Mütter und Väter, wie viel Surfen, Videoanschauen und Computerspielen schädlich ist.

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