Zum Hauptinhalt springen

Smartphone statt Alkohol

Dass Jugendliche viel Zeit vor dem Computer verbringen, hat möglicherweise einen positiven Nebeneffekt: Der Suchtmittelkonsum ist gesunken.

bw
Suchtmittelkonsum im Vergleich.
Suchtmittelkonsum im Vergleich.

Jugendliche trinken und rauchen seltener als noch vor vier Jahren. Dies zeigt eine Schülerstudie von Sucht Schweiz. Zudem seien seit der ersten Datenerhebung 1986 bei der Konsumhäufigkeit in diesen Bereichen die tiefsten Werte zu verzeichnen, teilte die Stiftung mit, welche im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit alle vier Jahre die HBSC-Schülerstudie (Health Behaviour in School-aged-Children) für die Weltgesundheitsorganisation durchführt. 2014 machten 9894 Schülerinnen und Schülern von elf bis fünfzehn Jahren mit.

Im Gegensatz zu Tabak und Alkohol ging der Cannabiskonsum gemäss Studie insgesamt nur leicht zurück. Keine signifikanten Unterschiede zu 2010 waren bei der Zahl jener auszumachen, die angaben, im Monat vor der Befragung Cannabis konsumiert zu haben. Laut Sucht Schweiz stellt sich die Frage, ob die Nutzung neuer Medien den Rückgang insbesondere bei Alkohol und Tabak mitbewirkt hätten. Die Jugendlichen würden ihre Freizeit vermehrt am Computer, vor dem Fernseher, dem Smartphone oder der Spielkonsole verbringen. Sucht Schweiz weist auf Vermutungen hin, wonach die Jugendlichen deswegen mehr Zeit zu Hause statt draussen mit Freunden verbringen und so auch weniger in direkten Kontakt mit Suchtmitteln kommen.

Doch die Fachleute vermuten auch eine Normänderung oder ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein in der Gesellschaft. Rauchen und Trinken seien heute allgemein weniger präsent als früher.

Wolle die Gesellschaft ihre Jugend wirksam schützen, müssten alle Verantwortung übernehmen und ihre Konsumnormen ändern, sagte Irene Abderhalden, Direktorin von Sucht Schweiz, gestern vor den Medien. Im Parlament passiert aus ihrer Sicht derzeit aber gerade das Gegenteil. «Die Interessen der Wirtschaft erschweren oder verunmöglichen einen erfolgreichen Jugendschutz.»

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch