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Wenn Obama kommt, geschieht Ungewöhnliches

Obama verbringt seine Sommerferien jeweils auf der Insel Martha's Vineyard. Dann geschieht Erstaunliches: Immer wenn der Präsident kommt, funktionieren auch endlich die Handys störungsfrei.

Bad in der Menge: Barack Obama macht Ferien in Vineyard Haven, 19. August 2011.
Bad in der Menge: Barack Obama macht Ferien in Vineyard Haven, 19. August 2011.
Keystone
Die Menge wartet gespannt auf ihren Präsidenten, Vineyard Haven, 19. August 2011.
Die Menge wartet gespannt auf ihren Präsidenten, Vineyard Haven, 19. August 2011.
Keystone
Barack Obama verlässt mit seinen Töchtern gut gelaunt einen Bücherladen. (19. August 2011)
Barack Obama verlässt mit seinen Töchtern gut gelaunt einen Bücherladen. (19. August 2011)
Keystone
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In Chilmark, Massachusetts, einer kleinen Stadt am äussersten Rand der bei prominenten beliebten Insel Marthas Vineyard, herrscht ganz mieser Empfang. Die Funklöcher machen das Telefonieren mit Handys fast unmöglich. Das ändert sich nur einmal im Jahr: Wenn Barack Obama auf der Insel Ferien macht. Wenn die Handys klingeln, weiss jeder, Obama ist hier! Es ist fast magisch.

«Plötzlich beginnt mein Telefon zu klingeln», sagt Rachel Fox gegenüber der «New York Times» (NYT). «Für einige hier ist das ein ganz grosser Moment. Nicht nur, dass der Präsident hier ist, sondern, dass endlich die Handys funktionieren.»

Des Rätsels Lösung: Mit dem Präsidenten kommen seit 2009 auch jeweils zwei temporäre Mobilfunkmasten auf die Insel. Diese sorgen für besseren Empfang. Die Telekommunikationsfirma Verizon stellt eine in Chilmark und eine im benachbarten West Tisbury auf – es sind die beiden Orte am äussersten Zipfel der Insel. Das Weisse Haus will es so, damit der wichtigste Mann der Welt auch immer erreichbar ist. Die Masten werden bis Ende August bleiben.

Nicht allen gefällt es

«Ich habe vier Balken», freut sich Stefan Martin und schwenkt triumphal sein iPhone, wie die NYT schreibt. Viele Einwohner von Chilmark geniessen diesen kurzen Moment des Empfang-Glücks. Auch Paul McIntyre, ein Anwalt aus Philadelphia. Er war während seiner Ferien auf der Insel früher oft frustriert, weil er seine Mails nicht abrufen konnte. Jetzt sagt er: «Der Empfang ist überraschend gut.»

Es gibt aber auch viele Einwohner, die sagen, dass sie gar keinen guten Empfang wollen. Die Argumente: So bleibe das Gebiet dörflich und etwas Besonderes. Ein anderer Mann, der über den Sommer auf einer Farm arbeitet, sagt gegenüber der NYT: «Ich mag es, wenn ich unerreichbar bin, ich mag die Privatsphäre.»

Die Einwohner von Chilmark haben sich in der Vergangenheit an der Urne stets gegen permanente Sendemasten entscheiden, weil dadurch die Landschaft verschandelt würde.

Golf spielen und Ausflüge machen

Obama dürfte das alles ziemlich egal sein. Er entspannt sich einige Tage lang mit seiner Frau Michelle, seinen Töchtern Sasha und Malia und engen Freunden auf der Insel. Nach Angaben seines Sprechers Joshua Earnest will Obama vor allem Golf spielen und Ausflüge machen. Er befindet sich seit Donnerstag auf Martha's Vineyard.

Er werde aber auch regelmässig von seinen Beratern über die Sicherheits- und Wirtschaftslage informiert. Ausserdem wolle Obama eine wichtige Rede schreiben.

Republikaner empört

Oppositionspolitiker hatten sich zuvor darüber empört, dass Obama trotz der Wirtschaftskrise Ferien macht. «Wenn ich heute Präsident wäre, würde ich nicht zehn Tage Ferien auf Martha's Vineyard machen», sagte der bislang aussichtsreiche Präsidentschaftsbewerber der Republikaner, Mitt Romney, im Radio. Wenn das Land in einer Krise stecke, dürfe der Präsident keine Ferien machen.

«Der Präsident der Vereinigten Staaten ist der Präsident der Vereinigten Staaten, egal wo er hinfährt», erwiderte Obamas Sprecher auf die Kritik. Der Präsident sei sich darüber im Klaren, dass er «wichtige Pflichten zu erfüllen» habe.

«Und es ist sein Job, diese Pflichten 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr zu erfüllen», sagte Earnest. Zusammen mit Obama sei sein Anti-Terror-Berater John Brennan nach Martha's Vineyard geflogen und in der kommenden Woche werde auch der Wirtschaftsberater Brian Deese dort sein.

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