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Facebook deckt vor US-Wahlen im Herbst Fake-Konten auf

Das Netzwerk hat 32 Seiten und Konten mit unechten Identitäten gesperrt – sie hatten mehr als 290'000 Follower.

Steht unter Druck: Facebook-Chef Mark Zuckerberg.
Steht unter Druck: Facebook-Chef Mark Zuckerberg.
Andrew Harnik, Keystone

Facebook hat nach eigenen Angaben eine Kampagne zur Wahlmanipulation vor den US-Kongresswahlen im November aufgedeckt. Facebook schloss wegen eines koordinierten Versuchs zur Wahlbeeinflussung 32 32 Seiten und Konten mit unechten Identitäten teilte der Betreiber des grössten sozialen Netzes am Dienstag mit.

Sie hätten mehr als 290'000 Follower gehabt und mehr als dreissig Veranstaltungen im vergangenen Jahr organisiert. Eines der gesperrten Konten habe einen Gegenprotest zu einer Kundgebung weisser US-Nationalisten unterstützt. Die Bemühungen, die wahren Betreiber der Konten zu verschleiern, seien intensiver als bei den russischen Aktivitäten 2016 gewesen.

Ein solches Verhalten sei bei Facebook nicht erlaubt, insbesondere wenn den Nutzern verborgen bleibe, wer tatsächlich hinter den Konten stecke. Das Unternehmen sei erst am Anfang der Ermittlungen und kenne noch nicht alle Fakten und wer hinter der Aktion stecke, erklärte Facebook.

Hinweise auf russische «Trollfabrik»

Es gebe Hinweise auf Verbindungen zu im vergangenen Jahr geschlossenen Konten der Internet Research Agency (IRA), die als «Trollfabrik» der russischen Regierung angesehen wird, sagte Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos bei einer Pressekonferenz. Als Trolle werden Internetnutzer bezeichnet, die bewusst Online-Diskussionen stören und die Atmosphäre in Chatrooms vergiften.

«Aber wir glauben nicht, dass die Beweise klar genug sind, um öffentlich die IRA verantwortlich zu machen», betonte Stamos. Die IRA kontrollierte vor den US-Präsidentschaftswahlen 2016 zahlreiche Facebook-Konten, die zur Wählerbeeinflussung genutzt worden sein sollen. Russland sieht sich immer wieder mit Vorwürfen über Manipulationsversuche im Präsidentschaftswahlkampf 2016 konfrontiert. Moskau weist die Anschuldigungen zurück.

Facebook unterrichtete den Angaben zufolge bereits US-Strafverfolgungsbehörden, den Kongress und andere Technologieunternehmen über seine jüngsten Erkenntnisse. Nach einem Bericht der «New York Times» arbeitet das Unternehmen mit dem FBI zusammen.

«Gut finanzierte Gegner»

Die geschlossenen Konten hätten 11'000 Dollar (9400 Euro) für fast 150 Werbeanzeigen ausgegeben, teilte Facebook mit. «Wir haben es mit entschlossenen, gut finanzierten Gegnern zu tun.» Diese würden «nie aufgeben und ständig ihre Taktik verändern».

Das älteste der geschlossenen Konten wurde demnach im März 2017 erstellt, das jüngste im Mai 2018. Insgesamt seien über 10'000 Nachrichten verfasst worden, 290'000 andere Nutzer seien den geschlossenen Konten gefolgt.

Im vergangenen Herbst hatte Facebook erklärt, etwa zehn Millionen Nutzer in den USA hätten verdächtige gesponserte Beiträge gesehen – diese seien von fast 500 Nutzerkonten aus Russland gekommen.

SDA/ij

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