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Viele Klicks, wenig Ertrag

Mehr als eine Milliarde Besucher verzeichnet Youtube. Doch Analysten bezweifeln, ob Google aus seiner Videoplattform wirklich Profit schlagen kann.

Internetgigant Youtube: Das Büro von Google in Toronto. (13. November 2013)
Internetgigant Youtube: Das Büro von Google in Toronto. (13. November 2013)

Youtube erfreut sich ungebrochener Beliebtheit, mehr als eine Milliarde Besucher pro Monat verzeichnet die Videoplattform inzwischen. «Wenn Youtube ein Land wäre, so wären wir nach China und Indien an dritter Stelle», schrieb das Unternehmen gestern in einem Blog-Post.

In einem kleinen Büro in Kalifornien, ein Stockwerk über einem Fast-Food-Restaurant, startete die Internetfirma 2005, genau ein Jahr nach Facebook. Das Konzept von Youtube war von Anfang an erfolgreich. Erstmals konnte ein Nutzer mit einer Breitbandverbindung ganz einfach Videos ins Netz stellen. Die Filme musste er nicht mehr erst herunterladen, sie wurden direkt gestreamt.

2006 hatte Youtube bereits 50 Millionen Nutzer weltweit. Doch das junge Unternehmen musste sich auch mit Gerichtsverfahren wegen Copyright-Verletzungen herumschlagen, während die Kosten in die Höhe schossen und kaum Einkünfte reinkamen. Zu diesem Zeitpunkt schlug Google zu und riss sich das junge Unternehmen für 1,76 Milliarden Dollar unter den Nagel.

Erfolgsgeschichte «Gangnam Style»

In den letzten Jahren konnte sich nach anfänglichem Zögern auch die Werbeindustrie für das Portal erwärmen. Sämtliche Topmarken gehörten zu ihren Werbekunden, sagt Youtube. Eine Erfolgsgeschichte ist das Musikvideo zum Song «Gangnam Style» des südkoreanischen Rappers Psy. Es bescherte Google Werbeeinnahmen in Höhe von acht Millionen Dollar, die es sich mit den Schöpfern des Videos teilte. «Gangnam Style» war der erste Musikclip überhaupt, der die Zahl von einer Milliarde Klicks auf Youtube erreicht hatte.

Es wird nicht nur mehr konsumiert, auch der Upload von Videos steigt stark. Hauptgrund dafür ist, dass immer mehr Menschen Smartphones besitzen, mit denen das Drehen, Schneiden und Hochladen von Videos noch einfacher und direkter wird.

Was zählt, sind die Werbekunden

Doch die jüngst veröffentlichten Nutzerzahlen werfen bei Experten die Frage auf, ob Youtube wirklich Profit einbringt und ob man die steigenden Kosten stemmen kann. Brian Wieser, Analyst bei Pivotal Research, schätzt in der «Financial Times», dass Youtube 1,3 Milliarden US-Dollar via Videowerbung generiert, plus mehrere Hundert Millionen Dollar mehr durch Bannerwerbung. «Es ist möglich, dass mit dem steigenden Erfolg bei den Nutzern gleichzeitig der finanzielle Erfolg sinkt», sagt Brian Wieser gegenüber der «Financial Times». «Wir wissen es nicht. Die Nutzerzahl zu erhöhen, ist wichtig. Doch was wirklich zählt, ist, ob die Seite mehr Werbekunden generieren kann und das Unternehmen die Kosten decken kann.»

Genaue Zahlen gibt Google nicht heraus, doch gemäss der «Financial Times» schätzen Analysten, dass nur 10 Prozent der Youtube-Videos Geld einbringen. Youtube kündigte im vergangenen Jahr an, sich weiter für professionell produzierte Inhalte zu öffnen, um so mehr Werbeeinnahmen zu akquirieren. Zudem soll es laut Youtube künftig Kanäle und Sendungen geben, die nur gegen Bezahlung zu sehen sind, weil dies von professionellen Kunden so gewünscht werde.

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