Überwacht diese Drohne bald auch Ihr Haus?

Ein Start-up aus Birmensdorf entwickelt eine Drohne zur Überwachung des Eigenheims.

Die Drohne verfolgt Eindringlinge, die unerlaubt das Gelände betreten. (Video: Adrian Panholzer)
Adrian Panholzer@Tamedia

Für die einen sind Drohnen bislang vor allem ein Spielzeug, für andere in erster Linie ein summendes Ärgernis. Dazwischen ist jedoch eine ganze Reihe von weiteren Nutzungsmöglichkeiten am Entstehen. Ein aktuelles Beispiel: die Post-Drohne, die in einem Testlauf Laborproben zwischen Spitälern transportiert.

Das schweizerisch-amerikanische Start-up Sunflower Labs arbeitet derzeit an einer weiteren Einsatzmöglichkeit: an einer autonomen Drohne zur Überwachung des Eigenheims. Entstanden ist die ganze Idee eigentlich aus Faulheit.

Die Frau des Sunflower-Labs-Mitbegründers Alex Pachikov, der in Kalifornien lebt, hat in der Nacht immer mal wieder Geräusche ums Haus gehört: «Und Alex dachte sich irgendwann, dass es gemütlicher wäre, eine Drohne loszuschicken, als jedes Mal aufzustehen», so sein Geschäftspartner Chris Eheim.

Rechtliche Schwierigkeiten

Inzwischen existieren mehrere Prototypen der Drohne. Wenn jemand unerlaubt das Privatgelände eines andern betritt, wird das von Sensoren erkannt und die Drohne losgeschickt. Diese fliegt mittels GPS und automatischer Hinderniserkennung vollkommen autonom dorthin, wo sich der Eindringling aufhält.

Rechtlich ist das allerdings in der Schweiz, wie auch in vielen anderen Ländern, problematisch. Denn das Gesetz schreibt vor, dass man seine Drohne stets auf Sicht fliegen muss. Aufgrund dessen muss die Drohne in der Schweiz aktuell noch aktiv von einer Person per Knopfdruck gestartet werden. «Das ist natürlich nicht die Idee unseres Systems, aber wir sind zuversichtlich, dass sich die Gesetze für solche nützlichen Anwendungen bald ändern werden», so Eheim.

Know-how aus der Schweiz

Aus diesem Grund zielt das Start-up vor allem auf den amerikanischen Markt, wo auch der Hauptsitz von Sunflower Labs liegt. Gleichzeitig ist die Tochterniederlassung der Firma aus dem Silicon Valley in der Schweiz für die Entwicklung zentral. Eine wichtige Rolle dabei spielt die ETH: «Dort laufen viele Forschungen in Sachen Drohnen, und es gibt viele talentierte Ingenieure, die uns weiterbringen können», so Eheim.

In etwa einem Jahr soll die erste Überwachungsdrohne auf den Markt kommen. Diese wird sich preislich eher im höheren Segment bewegen. In etwa drei Jahren soll dann ein Modell verfügbar sein, das auch für die breite Masse erschwinglich sein soll.

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