Zum Hauptinhalt springen

LeserreaktionenEin Paradebeispiel für Vetternwirtschaft

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Den abgewählte SP-Nationalrat Corrado Pardini wird Verwaltungsrat der Post.
Den abgewählte SP-Nationalrat Corrado Pardini wird Verwaltungsrat der Post.
Foto: Anthony Anex (Keystone)

«Pardini wird nun doch Post-Verwaltungsrat»

Paradebeispiel für Vetternwirtschaft

Corrado Pardini, der unermüdliche Kämpfer gegen überrissene Entschädigungen und Löhne in bundesnahen Betrieben und Wirtschaft, wird Verwaltungsrat der Post. Und dies mit einer Abfindung von 75’000 Franken bei einem Pensum von rund 12 Prozent. Als Vollzeitfunktionär der Gewerkschaft Bau und Industrie hatte er bisher mit Belangen der Post und der Situation der Post-Mitarbeitenden nichts zu tun. Dass er nun als Vertreter der italienisch sprechenden Bevölkerung im Tessin und in Graubünden – obwohl er noch nie im Tessin gelebt hat und die Mentalität der Tessiner nicht kennt – Einsitz im Verwaltungsrat nehmen soll, stösst in der Südschweiz nicht auf Begeisterung. Das ist ein Paradebeispiel für Vetternwirtschaft in der Politik. Die Gefälligkeiten innerhalb des linken Spektrums gleichen in puncto Verfilzung jenen der bürgerlichen.

Hans Jörg Brönnimann, Unterseen-Interlaken

Zitat des Tages

«Die Gefälligkeiten innerhalb des linken Spektrums gleichen in puncto Verfilzung jenen der bürgerlichen.»

Hans Jörg Brönnimann, Unterseen-Interlaken

Parteizugehörigkeit wichtiger als Leistungen

Bei den letzten Nationalratswahlen haben die Stimmbürger den damaligen Nationalrat Corrado Paradini nicht mehr gewählt. Zu dessen Abwahl haben auch die eigenen Parteigenossen beigetragen, was wiederum zu Spekulationen geführt hat. Nun hat Bundesratspräsidentin Simonetta Sommaruga dem abgewählten Parteigenossen zu einem lukrativen Posten im Post-Verwaltungsrat verholfen. Die Parteizugehörigkeit
scheint wichtiger zu sein als ein sehr guter Leistungsausweis.

Hans König, Häusernmoos

Zu «Drastische Bilder aus Schweizer Ställen»

Hauptverursacher sind die Konsumenten

Sind nicht wir Konsumenten die Hauptverursacher dieses unsäglichen Tierleidens? Solange wir nicht bereit sind, für artgerechte Haltung einen höheren Preis zu bezahlen, wird sich nicht viel ändern. Für einen Wandel braucht es ausserdem Grossverteiler, die bereit sind, den Bauern für artgerechte Haltung einen anständigen Preis zu bezahlen. Einen Preis, der dem Landwirt eine sichere Existenz garantiert.

Rita Birchmeier, Kiesen

Zu «#MeToo-Debatte erreicht Kirchenspitze»

Grenzverletzungen nicht nur bei Locher

Gottfried Locher mag «Grenzverletzungen» begangen haben. Und einigen seiner Widersacher mag es wirklich um diese «Grenzverletzungen» gehen. Aber sicher nicht allen. Warum spricht man nicht endlich Klartext und bremst so Mutmassungen und Verdrehungen? Sowohl bei den Pfarrerinnen und Pfarrern als auch bei den leitenden Kirchenleuten gibt es solche, welche die Grenzverletzungen nur vorschieben. Der wahre Grund ihres Widerstandes besteht in persönlicher Abneigung, in unverdauten Niederlagen und in grossem Unbehagen gegenüber einer stärkeren, ideenreicheren und kompetenteren Persönlichkeit. Was Lochers «Gegner» begehen, sind ebenfalls Grenzverletzungen, die eigentlich auch untersucht werden müssten.

Hermann Battaglia, Spiez

Zu «Das Milizsystem wird angetastet»

Verantwortung gegenüber der Bevölkerung

Wer in Niederbipp für den Gemeinderat oder das Präsidium kandidiert, ist sich bewusst, dass dieses Amt eine zusätzliche Belastung mit sich bringt und diese Funktion nicht entsprechend entschädigt wird. Es erstaunt mich, dass Sybille Schönmann dies erst jetzt feststellt und das Heil in einer 80-Prozent-Stelle mit einer, im Vergleich zur Privatwirtschaft, hohen Entschädigung sucht. Gerade in Anbetracht der zu erwartenden Steuerrückgänge aufgrund der aktuellen Krise sollte der Gemeinderat seine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung auch in finanzieller Hinsicht wahrnehmen und den Finanzhaushalt der Gemeinde nicht mit zusätzlichen, jährlich wiederkehrenden Kosten belasten.

Daniel Hügi, Niederbipp