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AngetroffenEine Frau fürs Feste und Flüssige

In ihrer Freizeit ist sie oft auf dem Thunersee unterwegs. Beruflich widmet sich Pia Hirschi jedoch festeren Stoffen.

Pia Hirschi, Co-Geschäftsleiterin der Kieswerk Heimberg AG.
Pia Hirschi, Co-Geschäftsleiterin der Kieswerk Heimberg AG.
Foto: Gabriel Berger

Wenn Pia Hirschi sich etwas Gutes tun will, steigt sie ins Motorboot und begibt sich für eine Auszeit während ein paar Stunden aufs Wasser. Für einen perfekten Tag auf dem Thunersee lädt sie ein paar Freunde ein, mit denen sie plaudert, Uno spielt und ein Glas Rosé trinkt. «Und am Abend geniessen wir die grandiose Stimmung beim Sonnenuntergang.» Früher gönnte sie sich ab und zu auch einen rasanten Ritt im Wasser – beim Wakeboarden. Diesen Adrenalinkick überlässt sie inzwischen anderen. Das Boot, ein Malibu Wakesetter, hat sie sich 2007 zusammen mit ihrem jüngeren Bruder Martin gekauft.

Mit dem Bruder teilt Pia Hirschi aber nicht nur die Faszination fürs Wasser, sondern auch die Geschäftsleitung des eigenen Familienbetriebs, der von ihrem Grossvater gegründet wurde. Bei der Kieswerk Heimberg AG geht es freilich nicht um Flüssiges, sondern um festes Material. Auf dem Areal, das zwischen dem Autobahnanschluss Thun-Nord und dem Baggersee gleich neben der Aare liegt, befinden sich auch die Frischbeton Thun AG und die Belagswerke Heimberg AG – und damit die wichtigsten Kunden von Hirschis Unternehmen. Nebst dem Baugewerbe beziehen dort aber etwa auch Gartenbauer und Private Kies und Sand in diversen Variationen.

Als Pia Hirschi und ihr Bruder 2011 an die Spitze der AG traten, war sie 32. «Am Anfang haben wir Lehrgeld bezahlt. Und dabei gemerkt, dass wir nicht alles neu oder anders machen müssen.» Mit zunehmender Erfahrung habe sie an Gelassenheit gewonnen. Während Martin eher der Zahlenmensch sei, habe sie eher die kommunikative Ader – und kümmere sich entsprechend um Personal und Kommunikation. «An Kundenanlässen wurden wir auch schon für ein Ehepaar gehalten», schmunzelt sie.

Zu Beginn musste sich Pia Hirschi hin und wieder dumme Bemerkungen anhören, dass sie in dieser Branche als Frau nicht in eine solche Position gehöre. «Inzwischen ist die Akzeptanz aber gestiegen.» Anfang März, am Tag der Frau, hätte sie an einem Anlass in der Thuner Kulturbar Mundwerk von ihren Erfahrungen erzählen und anderen jungen Frauen Mut machen wollen. Wegen Corona wurde der Anlass zunächst auf nächsten Sonntag verschoben – den Jahrestag des Frauenstreiks. Daraus wird nun auch nichts. Am Tag der Frau 2021 soll es dann klappen…