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Verstärkung und Ausfälle bei YBSchlusspunkt im Fall Elia, Fragezeichen bei Sulejmani

Miralem Sulejmani und Michel Aebischer verlängern die Absenzenliste vor dem Spitzenspiel in St. Gallen.
Derweil ist Meschack Elia endlich spielberechtigt.

Erst der Assist, dann erneut verletzt: Miralem Sulejmani.
Erst der Assist, dann erneut verletzt: Miralem Sulejmani.
Foto: Freshfocus

Die gute oder die schlechte Nachricht zuerst?

Die Frage stellt sich an einem ereignisreichen Dienstag für all jene, die sich den Young Boys verbunden fühlen. Nach wochenlangem Warten kann YB endlich bekannt geben, dass Meschack Elia spielberechtigt ist. Wie der kürzlich zu Leganés transferierte Roger Assalé schaffte der Nationalspieler der Demokratischen Republik Kongo (21 Spiele, 6 Tore) bei TP Mazembe den Durchbruch, vom afrikanischen Spitzenclub trennte er sich im Herbst aber im Streit. Mazembe hatte offenbar einst Elias Alter von 17 auf 18 angehoben, damit der Club ihn unter Vertrag nehmen konnte, behauptete aber, Elia habe den Pass gefälscht. Vom kongolesischen Verband war Elia für ein Jahr gesperrt worden. Die Fifa erteilte schon Ende letzter Woche die Spielberechtigung, nun hat der Schweizer Fussballverband nachgezogen. Der 22-Jährige kann somit am Sonntag beim Spitzenspiel in St. Gallen eingesetzt werden.

Ausgerechnet Aebischer

Und damit zu den Bad News: Das Verletzungspech bleibt den Young Boys treu. Nachdem sich Mittelfeldspieler Vincent Sierro vergangene Woche eine Blessur zugezogen hat, fallen nun auch noch Michel Aebischer und Miralem Sulejmani aus.

Aebischer erlitt beim 1:2 in Lugano am Sonntag einen Zehenbruch, der 23-Jährige wird sechs Wochen fehlen. Sulejmani muss mit einem Muskelfaserriss im linken Oberschenkel drei Wochen pausieren. So könnte die Absenzenliste am Sonntag in der Ostschweiz erneut sieben Namen umfassen. Es sind Zustände wie in der Vorrunde, als die Young Boys über Monate von einer Verletztenmisere heimgesucht wurden.

Michel Aebischer war davon nie betroffen. Er ist in dieser Saison mit 2644 Minuten der meisteingesetzte Feldspieler. Er ist zum Leistungsträger avanciert, hat erstmals das Trikot des Schweizer Nationalteams getragen. Umso härter trifft sein Ausfall den Meister, zumal die Personaldecke im Mittelfeld dünn ist. Gianluca Gaudino hat im Tessin in der Schlussphase sein Comeback gegeben, er dürfte jedoch vermutlich kaum für einen Einsatz von Beginn an infrage kommen. Derweil trainiert Sandro Lauper seit geraumer Zeit mit, nach überstandenem Kreuzbandriss werden die Young Boys in seinem Fall aber nichts riskieren. Deshalb könnte Captain Fabian Lustenberger in St. Gallen wieder ins Mittelfeld rücken und zwei aus dem Trio Jordan Lefort, Cédric Zesiger und Nicolas Bürgy das Abwehrzentrum bilden. Eine Ideallösung wird es so oder so nicht geben.

Sulejmanis Seuche

YB-Trainer Gerardo Seoane ist also gefordert. Nicht nur bei der Aufstellung, sondern auch beim Aufrichten Sulejmanis. Nach einem Seuchenjahr 2019, in dem er verletzungsbedingt gerade einmal 94 Minuten hatte absolvieren können, strotzte der serbische Techniker vor Tatendrang. In Lugano deutete er nach seiner Einwechslung an, auf dem Weg zur alten Stärke zu sein. Er war es, der den Anschlusstreffer Samuel Ballets vorbereitete.

Stattdessen muss Sulejmani nun erneut pausieren, erneut Behandlungen über sich ergehen lassen, sich erneut ans Team herankämpfen. Im Wissen, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Sein Vertrag läuft Ende Saison aus. Und seine Gesundheit stellte schon vor der gestrigen Nachricht ein Fragezeichen dar. Jetzt ist es endgültig ein dickes.