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Leserreaktionen«Entschädigung in keiner Weise gerechtfertigt»

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Tidjane Thiam erhält eine Abgangsentschädigung von rund 30 Millionen Franken.
Tidjane Thiam erhält eine Abgangsentschädigung von rund 30 Millionen Franken.
Keystone

Zu «Abgang des Unverstandenen»

Entschädigung in keiner Weise gerechtfertigt

Auch wenn Tidjane Thiam einiges an Bankgeschäften erfolgreich reorganisiert hat, rechtfertigt dies in keiner Weise die hohe Abgangsentschädigung. Insbesondere angesichts der Aktienkursentwicklung der Credit Suisse, welche seit Thiams Amtsantritt als CEO im Juli 2015 um sage und schreibe 43 Prozent entwertet wurde. Was sagen wohl die Aktionäre dazu? Da muss wohl im Verwaltungsrat einiges schief­laufen, wenn solche Summen genehmigt werden. Heinrich Zimmermann, Ittigen

Erinnert an einen Selbstbedienungsladen

Das Ganze erinnerte an einen Selbstbedienungsladen. Man sucht sich eine Direktorenstelle bei einer Bank, leistet gute Arbeit, nach 3–4 Jahren dreht man ein krummes Ding, streitet es energisch ab, verlässt die Bank in gegenseitigem Einvernehmen und bekommt noch 30 Millionen Franken in die eigene Tasche. Der Sparer mit 0,00 Prozent Zins auf seiner Anlage schaut dem Spielchen mit offenem Munde zu. Hans Hofer, Zollikofen

Aktionäre sollten endlich revoltieren

Der Leistungsausweis von Tidjane Thiam bei der Credit Suisse lässt sich so zusammenfassen: Er glänzte durch Personalentlassungen im grossen Stil, Skandale mit Vertrauensverlust und grossem Imageschaden für die Bank sowie einen tiefen Fall des Aktienkurses der CS. Die von der Bank ausgewiesene Eigenkapitalquote beträgt nach wie vor lächerliche 5,7 Prozent und beinhaltet zum Bestwert bilanzierte Liegenschaften. Die Abgangsentschädigung von 30 Millionen Franken schlägt dem Fass den Boden aus. Das entspricht einem Bundesratssalär über rund 60 Jahre hinweg. Wer so etwas noch normal und gerecht findet, dem ist nicht mehr zu helfen. Die CS-Aktionäre sollten endlich revoltieren Andreas Pflugshaupt, Hilterfingen

Zu «Ölhändler suchen neue Geldquellen bei alternativen Energien»

Der Energieträger der Zukunft

Wasserstoff ist eindeutig der Energieträger der Zukunft. Er ist umweltfreundlich, produziert kein CO2 und ist leicht verfügbar. Böse Zungen behaupten, Wasserstoff werde grösstenteils auf Basis von Erdöl und Kohle gewonnen. Das ist Schnee von gestern. Heute wird Wasserstoff fast nur noch durch Elektrolyse
und Dampfreformierung umweltgerecht hergestellt. Sobald ein Flugzeugbauer bekannt geben würde, er baue wasserstoffbetriebene, leise Flugzeuge, würden alle Gegner ganz leise werden. Wasserstoff wird zudem immer günstiger.
Toni Hosang, Muri

Zu «Schneggs provokante Idee löst gemischte Reaktionen aus»

Der Mensch ist nur eine Nummer

Wenn ich bedenke, welchen Prozentsatz ich als Alleinstehende zahlen muss, könnte mir die Freude am Leben verleiden. Dass viele die Prämien nicht mehr bezahlen können, wundert deshalb nicht. Ich finde, wenn man 60 Jahre bei der gleichen Krankenkasse versichert war, die Prämien immer bezahlt hat, sollte man nicht so stur behandelt werden. Aber es zeigt uns wieder einmal mehr, dass der Mensch nur eine Nummer ist. Johanna Saurer, Steffisburg

Zu «Vom Staatsfeind zum Superstar»

Ein Betrug am Kino-Publikum

Der Film «Parasite» schreibt Oscargeschichte. Zum ersten Mal in 92 Jahren gewinnt ein nicht englischsprachiger Film in der Kategorie «Bester Film». Welche PR-Weltmeister doch
in der Academy am Werk sind. Dass erst jetzt ein ausländischer Film geehrt wird, ist im Grunde ein klares Armutszeugnis für die Academy und deren ganze Geschichte. Stattdessen erfährt diese globale Bewunderung. Der Oscar für «Parasite» ist, wie jeder für einen Non-Hollywood-Streifen, nur ein weiterer Trostpreis für das Weltkino, bloss ein weiterer Betrug am Kinopublikum.
Benjamin Kradolfer, Bellach

Zu «Welche «Pille danach» ist am zuverlässigsten?»

Kann sehr wohl Abtreibungspille sein

Im Artikel wird festgehalten, die Medikamente seien keine Abtreibungspillen. Andrerseits wird auf das Zustandekommen einer Schwangerschaft unter bestimmten Bedingungen trotz «Pille danach» hingewiesen. Sowohl Levonorgestrel als auch Ulipristal wirken, in der ersten Zyklushälfte eingenommen, ovulationshemmend, verhindern also den Eisprung und damit eine Schwangerschaft. Werden diese Substanzen in der zweiten Zyklushälfte, sprich nach einem möglichen Eisprung, eingenommen,
können sie nidationshemmend, sprich frühabtreibend wirken. Sowohl Levonorgestrel als auch Ulipristal verändern die Gebärmutterschleimhaut derart, dass eine allenfalls befruchtete Eizelle, ein Embryo also, sich gar nicht erst einnisten kann, das heisst abstirbt. Je nach Zeitpunkt innerhalb des weiblichen Zyklus kann die «Pille danach» also sehr wohl (früh-)abtreibend wirken und somit eine Abtreibungspille sein.
Dr. med. Nikolaus Zwicky-Aeberhard, Steffisburg