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Arzt, Mikrobiologe und VirenjägerEr weiss, wie schnell Viren ausser Kontrolle geraten

Peter Piot hat erfolgreich Ebola und HIV bekämpft. Auch in der Corona-Krise kann man von ihm lernen.

Peter Piot, 71, ist Direktor der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Er machte sich einen Namen als Entdecker des Ebola-Virus und Leiter des UN-Programms gegen HIV und Aids.
Peter Piot, 71, ist Direktor der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Er machte sich einen Namen als Entdecker des Ebola-Virus und Leiter des UN-Programms gegen HIV und Aids.
Foto: Ed Alcock/eyevine/laif

Peter Piots Leben wird von zwei Viren dominiert. Das erste beschäftigt ihn seit jenem Moment, als er als 27-jähriger Labortechniker in Gent ein mysteriöses Paket aus dem damaligen Zaire öffnete. Darin befanden sich zwei Reagenzgläschen, von denen eines zerbrochen war, welches – wie sich herausstellte – eine Probe von Ebola enthielt, die von einer belgischen Nonne stammte.

Dies war der Beginn eines grauenvollen, zugleich aufregenden Abenteuers, das den jungen Mann nach Zaire, heute die Demokratische Republik Kongo, führen und zum Mitentdecker von Ebola machen sollte, einem tödliche Blutungen auslösenden Fieber, das von der Fledermaus auf den Menschen übertragen worden war.

Es festigte auch Piots lebenslange Liebesbeziehung zu Afrika, eine Romanze, die schon in seiner Kindheit angefangen hatte, als er die Abenteuer von Entdeckern wie David Livingstone las und davon träumte, der lähmenden Monotonie seiner belgischen Heimat zu entkommen.

Das zweite Virus war HIV. Was mit dem Bericht über eine mysteriöse Krankheit einer Handvoll schwuler Männer in Los Angeles begonnen hatte, gipfelte in einer Krise, welche die ganze Welt angriff und Afrika verwüstete. Piot stand über Jahrzehnte inmitten des Kampfes gegen die neue Geissel: Er gründete Unaids, das gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Krankheit, und leitete das Projekt für dreizehn Jahre.

Diese Rolle führte ihn weg von der medizinischen Spitzenforschung, stattdessen tauchte er ein in die globale Gesundheitspolitik – was langwierige Sitzungen und die endlose Organisation von Spendenaktionen mit sich brachte, aber auch Begegnungen mit führenden Persönlichkeiten der Welt, von Castro bis Mandela.

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