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Novartis prescht vorErster Schweizer Grosskonzern führt Maskenpflicht ein

Nach den steigenden Infektionszahlen reagiert Novartis: Der Pharmariese verordnet ab kommender Woche das Tragen einer Maske. Und was machen andere Grossbetriebe?

Der Pharmariese Novartis verschärft auf seinem Campus in Basel die Corona-Schutzmassnahmen.
Der Pharmariese Novartis verschärft auf seinem Campus in Basel die Corona-Schutzmassnahmen.
Foto: Urs Jaudas

Novartis verschärft angesichts der wieder steigenden Ansteckungsraten seine Corona-Massnahmen. Ab Montag müssen die Mitarbeiter und alle Besucher in den Firmengebäuden Masken tragen, erklärt eine Unternehmenssprecherin. «Ab Montag, 24. August 2020, ist das Tragen einer Maske im Allgemeinen in all unseren Gebäuden obligatorisch», erklärt der Konzern.

Ausgenommen davon seien Mitarbeiter, die am eigenen Platz sitzen und den Mindestabstand von zwei Metern zu ihren Kollegen einhalten können. Mit den verschärften Massnahmen folgt das Unternehmen dem Kanton: Auch in Basel-Stadt müssen die Leute ab Montag an bestimmten Orten wie zum Beispiel in Läden Masken tragen.

Novartis-Angestellte dürfen unbegrenzt im Homeoffice bleiben

So weit wie Novartis geht bisher kein von dieser Zeitung befragter Grosskonzern. Beim Novartis-Wettbewerber Roche gibt es nach Angaben eines Sprechers bisher keine Maskenpflicht. Das Tragen einer Maske wird dann empfohlen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Genauso hält es der Elektrokonzern ABB. Der Konzern hat seine Schutzmassnahmen nach dem Lockdown nie gelockert. Daher sind noch grosse Teile der ABB-Mitarbeiter, die nicht in der Produktion arbeiten, im Homeoffice. Das dürfte auch für Novartis zutreffen: Der Konzern hat seinen Beschäftigten, wo dies möglich ist, bereits Homeoffice für immer erlaubt.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG kennt auch keine Maskenpflicht, stellt die Mund-Nase-Bedeckung aber zur Verfügung. Es gelte die 1,5-Meter-Distanz-Regel. «Für den Fall, dass unsere Mitarbeitenden dies wünschen und die 1,5-Meter-Distanz nicht eingehalten werden kann, stellen wir Gratis-Masken zur Verfügung», erklärte ein Sprecher. KPMG richte sich nach den Vorgaben von Bund und den Kantonen.

Grossverteiler ohne verschärfte Massnahmen

Die Grossbank UBS sieht derzeit noch keinen Grund für verschärfte Massnahmen. Denn ein Grossteil der Mitarbeiter arbeite weiter vom Homeoffice aus. Wenn die Präsenz im Büro nötig ist, werden die Teams in zwei Hälften aufgeteilt, bei der nur jeweils der eine Teil in den UBS-Räumlichkeiten präsent ist. Swiss Re stellt es seinen Angestellten frei, ob sie im Homeoffice oder im Büro arbeiten wollen, wobei bei Präsenz in der Firma der Mindestabstand zu wahren sei, so ein Sprecher. Und die Grossverteiler Migros, Coop und Lidl melden keine Verschärfung ihrer Vorsichtsmassnahmen.

Schweizweit steigt die Zahl der Neuinfektionen derzeit wieder stark an. Am Freitag meldete das Bundesamt für Gesundheit 306 Corona-Neuinfektionen und damit erneut einen Wert von über 300. Der Zürcher Epidemiologe Milo Puhan warnt daher, dass spätestens im Herbst, wenn kältere Temperaturen die Virusverbreitung begünstigen, eine Maskenpflicht in allen geschlossenen Räumen nötig werde.