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KlimaschutzEU will CO₂-Grenzwerte für Autos weiter verschärfen

Die EU-Kommission plant laut einem Medienbericht eine weitere Verschärfung der Grenzwerte für den CO2-Ausstoss von Neuwagen.


Die CO₂ Ausstosse sollen drastisch reduziert werden.

Die CO₂ Ausstosse sollen drastisch reduziert werden.
KEYSTONE

Eine Minderung von 55 Prozent sei laut EU-Kommission vorgesehen.

Eine Minderung von 55 Prozent sei laut EU-Kommission vorgesehen.
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Dies könnte bedeuten, dass die Preise für Benzin und Diesel deutlich steigen werden.
Dies könnte bedeuten, dass die Preise für Benzin und Diesel deutlich steigen werden.
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Neuwagen sollten im Jahr 2030 im Schnitt 50 Prozent weniger CO₂ ausstossen und nicht wie bisher geplant 37,5 Prozent, berichtete die «Süddeutsche Zeitung» (Wochenendausgabe) unter Berufung auf ein Papier zur Verschärfung der Klimaschutzpläne. Die Pläne sollen demnach nächste Woche vorgestellt werden.

Insgesamt peile die Kommission eine Minderung der europäischen Emissionen um 55 Prozent gegenüber 1990 an – bisher waren 40 Prozent eingeplant, hiess es in dem Bericht. Die verschärften Verkehrsziele würden einen radikalen Umbau des Verkehrs bedeuten. Sie liessen sich nur erreichen, wenn der Umbau hin zur Elektromobilität noch einmal beschleunigt würde.

Treibstoff könnte teurer werden

Die Pläne sehen laut «SZ» auch die Option vor, den Verkehrs- und Gebäudesektor in das europäische Emissionshandelssystem zu integrieren, was etwa den Treibstoff für Benziner oder Diesel deutlich verteuern könnte. Bis Juni 2021 soll der Vorschlag ausgearbeitet werden.

Im vergangenen Jahr hatte die EU beschlossen, dass die Emissionen neu zugelassener Pkw bis 2030 im Schnitt um 37,5 Prozent im Vergleich zu den Werten von 2021 sinken. Europäische Autohersteller und Zulieferer hatten die Ziele als zu ehrgeizig kritisiert und vor negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung in der Branche gewarnt. Umweltschützer kritisierten die neuen Vorgaben hingegen als noch zu schwach.

SDA

27 Kommentare
    Kurt Waber

    In der EU gibt es nicht DEN CO2 Grenzwert von heute 95 g/km, sondern den individuellen Grenzwert eines Neuwagens, der sich am Fahrzeuggewicht orientiert. Schwerere Autos dürfen mehr CO2 ausstoßen. Es wird mit fragwürdigen Durchschnittswerten der Flotte operiert. Zudem werden Modelle mit weniger als 50 g/km bis 2022 mehrfach angerechnet, etwa E-Autos.

    Mit dem sogenannten Flottendurchschnitt für die Berechnung des sogenannten SPEZIFISCHEN Zielwertes pro Importeur wendet die Schweiz dieselbe Mogelpackung an, wie die EU. Jene Partei, die strikte gegen die Übernahme von EU-Vorschriften eintritt, hat in diesem Fall kein Problem.

    Wenn es gelingt, den richtigen Mix an den Kunden zu bringen, insbesondere e-Autos, müssen die Hersteller an ihren Dreckschleudern überhaupt nichts ändern und müssen trotzdem keine Strafe bezahlen. Es findet eine gewollte Quersubventionierung der Dreckschleudern durch „saubere“ Autos statt. Daran wird auch eine Verschärfung des Grenzwertes nichts ändern, da das System wenig Anreize schafft, auf eine Dreckschleuder zu verzichten.