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Tschechien unterliegt der russischen Offensivpower

Im zweiten Spiel der Gruppe A bezwingt Russland Tschechien mit 4:1 und übernimmt damit die Tabellenführung.

Russlands Tormaschine lief perfekt: Alan Dsagojew trifft nach 15. Minuten zur Führung.
Russlands Tormaschine lief perfekt: Alan Dsagojew trifft nach 15. Minuten zur Führung.
Reuters
Tschechien war vorne bemüht, aber erfolglos: Russlands Anyukov und Goalie Malafejew im Luftduell mit Milan Baros.
Tschechien war vorne bemüht, aber erfolglos: Russlands Anyukov und Goalie Malafejew im Luftduell mit Milan Baros.
Reuters
Doppeltorschütze: Russlands Alan Dsagojew (m.) feiert mit Pawljutschenko (l.) seinen zweiten Treffer gegen Tschechien.
Doppeltorschütze: Russlands Alan Dsagojew (m.) feiert mit Pawljutschenko (l.) seinen zweiten Treffer gegen Tschechien.
Reuters
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Russland ist seiner Favoritenrolle in der Gruppe A in seinem Auftaktspiel vollauf gerecht geworden. Die Equipe von Dick Advocaat fertigte in Breslau Tschechien mit 4:1 ab. Obwohl sie auch schwächere Phasen einzog, war der Sieg absolut verdient.

Die Russen benötigten knapp eine Viertelstunde Anlaufzeit, bis sie den EM-Rhythmus gefunden hatten. Dann zündeten sie ein Feuerwerk. Alan Dsagojew brachte die Sbornaja in Führung. Der Youngster von ZSKA Moskau staubte stilsicher ab. Der Ball war ihm vor die Füsse gefallen, nachdem im Anschluss an eine präzise Flanke von Konstantin Syrjanow Sturmspitze Alexander Kerschakow seinen Kopfball an den entfernten Pfosten gesetzt hatte. Goalie Petr Cech von Champions-League-Sieger Chelsea war machtlos.

Überforderte Tschechen im ersten Durchgang

Schon in der 19. Minute besass Dsagojew eine ausgezeichnete Chance, um nachzudoppeln. Er verzog aber aus günstiger Position. Der Ärger der Russen über diese verpasste Möglichkeit war kaum verraucht, da wurde das 2:0 bereits Tatsache. Captain Andrej Arschawin spielte einen Pass in die Tiefe, Kerschakow schrammte am Ball vorbei, nicht aber der auf dem rechten Flügel mitgelaufene Roman Schirokow, der sich im Rücken von Leverkusens Michal Kadlec davonstahl und mit einem gefühlvollen Chip vollstrecken konnte.

Tschechiens Defensive war in dieser Periode durch die Tempo-Verschärfungen des Gegners komplett überfordert. Das Team von Nationaltrainer Michal Bilek musste gar froh sein, dass der englische Schiedsrichter Howard Webb in der 27. Minute nach einem Rempler von Jaroslav Plasil an Arschawin nicht auf Foulpenalty entschied.

Rosicky und Baros enttäuschten

Die Tschechen hatten lange auch im Angriff nicht viel zu bieten. Russlands Keeper Wjatscheslaw Malafejew, der den Vorzug gegenüber Igor Akinfejew erhalten hatte, war in der ersten Halbzeit unterbeschäftigt. Die im Vorfeld der EM angeschlagenen Superstars Tomas Rosicky und Milan Baros, seines Zeichens Torschützenkönig der Endrunde 2004 in Portugal, konnten in der Summe nur wenig Akzente setzen. Andere mussten in die Bresche springen, damit Tschechien nochmals Hoffnung schöpfen durfte. Plasil bediente mit einem tödlichen Pass Vaclav Pilar, dieser umkurvte Malafejew und schob zum 1:2-Anschlusstreffer ein. Pilar, zuletzt in der Heimat beim Champions-League-Teilnehmer Viktoria Pilsen engagiert, wird auf die nächste Saison hin zum VfL Wolfsburg wechseln.

Viele Ausgleichschancen sollte Tschechien nicht besitzen. In der 75. Minute machte Malafejew einen Weitschuss von Rosicky zunichte. Kurz darauf fiel die Vorentscheidung zu Gunsten der Russen. Die Einwechslung von Roman Pawljutschenko erwies sich als Glücksgriff. Der grossgewachsene Stürmer, der den im Abschluss enttäuschenden Alexander Kerschakow ersetzte, bereitete das 3:1 von Dsagojew vor (79.) und erzielte das 4:1 mit einem strammen Schuss selbst (82.). Die Russen zeigten zwei Gesichter. Über weite Strecken traten sie wie berauscht auf, allerdings gab es hin und wieder eine Baisse bei ihrem Auftritt zu verzeichnen. So oder so: Mit dieser Mannschaft wird im weiteren Turnierverlauf zu rechnen sein.

Tschechien hingegen steht im zweiten Gruppenspiel gegen Griechenland, das ebenfalls in Breslau ausgetragen wird, gehörig unter Druck. Russland reist nach Warschau, wo am Dienstag das Duell mit Co-Gastgeber Polen ansteht.

si/ot

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