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Forscher könnten boxen

Die 50 Mitarbeitenden des neuen Forschungszentrums Wyss Academy for Nature ziehen an die Kocherstrasse 4 vis-à-vis dem Hotel Bellevue. Im Keller des Hauses wird weiter geboxt.

Ab und zu eine Runde boxen? Peter Messerli, designierter Direktor der Wyss Academy for Nature. Foto: Christian Pfander
Ab und zu eine Runde boxen? Peter Messerli, designierter Direktor der Wyss Academy for Nature. Foto: Christian Pfander

Im Keller des Hauses an der Kochergasse 4, das der Burgergemeinde gehört, boxten und boxen Berner Legenden. Der unkonventionelle Charly Bühler trainierte bis zur Jahrtausendwende Profis wie Fritz Chervet, Max Hebeisen oder Enrico Scacchia. Man zelebrierte aber stets auch die mildere Version des Freizeitboxens. Der karge Boxkeller wurde zum Gesellschaftsort, für eine schweisstreibende Einheit nach einem Tag im Anzug oder im Deuxpièces in der Bundesverwaltung oder in der Arztpraxis. 2014, nach einer Existenzkrise des Boxkellers, übernahmen der frühere Handballer Geri Staudenmann und sein Sohn David die Leitung.

Jetzt zieht neue potenzielle Kundschaft für ein Boxtraining ins Haus. Der Kanton Bern übernimmt die Mietkosten von 264’000 Franken jährlich, damit ab Anfang April die neue Wyss Academy for Nature in das fünfstöckige Gebäude einzieht, wie der Regierungsrat mitteilt. Der Boxkeller, derzeit wegen der Corona-Krise geschlossen, bleibe indessen unangetastet, hält die Burgergemeinde als Vermieterin fest.

Ursprünglich machten sich die Parteien der politischen Mitte – CVP, BDP und GLP – Hoffnungen, das Haus mieten zu können (wir berichteten). Jetzt aber werden sich rund 50 Forscherinnen und Forscher mit der ungelösten Menschheitsfrage befassen, wie sich wirtschaftlicher Wohlstand und Schutz der Natur kombinieren lassen. Mäzen Hansjörg Wyss, der als Manager in der Medizinaltechnik reich wurde, stellt dem neuen Zentrum 100 Millionen Franken zur Verfügung, Kanton und Universität steuern je 50 Millionen Franken bei.

Peter Messerli, derzeit Professor für nachhaltige Entwicklung an der Universität Bern, soll Direktor der Wyss Academy werden. «Wir brauchen unkonventionelle Lösungen», sagte er kürzlich in einem Interview mit dieser Zeitung zur Frage, wie man zu mehr Nachhaltigkeit komme. Ab und zu ein Training im Boxkeller könnte helfen, gute Ideen zu finden.

1 Kommentar
    Marc O Polo

    Es gibt keine Kocherstrasse in Bern.Das Ding nennt sich Kochergasse.