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Was tun gegen Nasenbohrer?

Die Antwort auf eine Stilfrage zu schlimmen Fingern.

Man macht sich mitschuldig, wenn man feige schweigt. Foto: Brandon Nickerson (Pexels)
Man macht sich mitschuldig, wenn man feige schweigt. Foto: Brandon Nickerson (Pexels)

Meine Frau und ich warten auf den Beginn der Theatervorstellung. Neben mir sitzt ein Herr, der intensiv in der Nase bohrt und den Inhalt zwischen Daumen und Zeigefinger zerkrümelt, bevor er ihn zu Boden fallen lässt. Wegschauen geht nicht, ­wegen der engen Bestuhlung und weil sich der Nachbar nach vorn beugt, in mein Blickfeld. Mich «gruusets», aber meine Frau hält mich davon ab, den Grüsel darauf anzusprechen. Was tun?B.S.

Lieber Herr S.

Wir kommen nicht umhin zu konstatieren, dass es auch mit den Manieren des kulturell interessierten Mitmenschen rasantestens bergab geht. Beziehungsweise umgekehrt: Ein Theaterbesuch macht offenbar nicht automatisch kultiviert. Aber der Anstand ist ja auch mehr was ­Inneres, den kann man nicht ­herzeigen wie eine umwölkte Stirn, die einem etwas Intellektuelles verleihen soll.

Item. Ich bin kolossal auf Ihrer Seite. So einen muss man in den Senkel stellen. Da darf man nicht einfach danebensitzen und still in sich hineingrausen, da muss man ­beherzt einschreiten, weil: sonst gewinnen die Gruusigen und die Groben. Man macht sich mitschuldig, wenn man feige schweigt.

Und vielleicht tun Sie dem Herrn gar einen Gefallen. Womöglich kam es nicht von ungefähr, dass der dort alleine sass. Wer will schon mit einem ausgehen, der sich derart dem eigenen Naseninhalt widmet? Sie erhöhten also eventuell seine Chancen auf dem Datingmarkt und veränderten damit sein Leben.

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