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Mehr Alternativen bei der VerhütungFrauen nehmen seltener die Pille

Schweizerinnen ersetzten die Pille vermehrt gegen andere hormonelle Verhütungsmittel. Vor allem bei unter 35-Jährigen geht der Trend klar zurück.

Eine Frau nimmt am Morgen beim Frühstück die Antibabypille zu sich. (Symbolbild)
Eine Frau nimmt am Morgen beim Frühstück die Antibabypille zu sich. (Symbolbild)
Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Frauen in der Schweiz entscheiden sich bei der Verhütung zunehmend gegen die Pille und für andere hormonelle Verhütungsmittel. Während im Jahr 1992 noch 52 Prozent der Frauen mit der Pille verhütet haben, waren es 2017 nur noch 33 Prozent. Vor allem Frauen unter 35 Jahren entscheiden sich vermehrt gegen die Pille. Dies geht aus den aktuellen Zahlen der aktuellen Gesundheitsbefragung hervor, die das Bundesamts für Statistik (BFS) veröffentlicht hat.

Grund für den Trend sind das grössere Angebot und die Meldungen über ein erhöhtes Embolie-Risiko bei Einnahme der Östrogen-Gestagen-Pillen. «So wurden verschiedene hormonelle Verhütungsmethoden immer mehr zur Alternative bei den jungen Frauen.»

Obwohl die Benutzung der Pille rückläufig ist, hat der Anteil der verhütenden Frauen in der Schweiz zugenommen. 2017 verwendeten 78 Prozent der 15- bis 49-jährigen Frauen ein Verhütungsmittel. Bei den Männern im Alter von 15 bis 74 Jahren waren es 61 Prozent. Die Zunahme sei laut Bundesamt für Statistik in allen Altersgruppen festzustellen.

Kondom ist verbreitetste Verhütungsmethode

Am meisten wird in der Schweiz mit dem Kondom (42 Prozent) verhütet. Als dritthäufigste Methode geben die Frauen die Hormonspirale (12 Prozent) und die Männer die Sterilisation (15 Prozent) an. Ob und welches Verhütungsmittel angewendet wird, hängt stark vom Alter und der Lebensphase ab. Die Anwendung von Kondomen und der Pille nehmen mit zunehmenden Alter ab und die Spirale und die Sterilisation werden erst mit steigendem Alter eingesetzt.

Auch Kinder beeinflussen die Wahl der Verhütungsmethoden. Frauen mit Kindern benützen häufiger die Hormonspirale oder die Sterilisation als Frauen ohne Kinder. Letztere verwenden hingegen öfters die Pille oder das Kondom.

Schweizerinnen verhüten mehr

Für Jugendliche wird zu Beginn einer Beziehung ein doppelter Schutz empfohlen. 25 Prozent der 15- bis 24-jährigen Frauen verwenden einen doppelten Schutz – in der Regel Kondom plus Pille. Bei den 45- bis 49-jährigen Frauen sind es noch 5 Prozent.

Im Vergleich zum Ausland ist die Benutzung von Kondomen in der Schweiz hoch, allerdings geht deren Verwendung bei den jungen Männern seit 2007 zurück.

Die Frauen in der Schweiz verhüten im internationalem Vergleich nicht nur anteilsmässig mehr, sondern benützen auch öfters das Kondom als Frauen in Frankreich oder Deutschland. Dort werden hingegen häufiger die Pille und die Spirale angewendet.

SDA

2 Kommentare
    Kuno K.

    Nützt sie überhaupt noch, wenn frau sie seltener nimmt?