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Händler kauften am Pelzmarkt aus Goodwill

Auch am neuen Standort auf dem Expo-Areal war der Fuchsbalg für die Jäger nicht viel wert. Zehn Franken bezahlten die Händler am Thuner Pelz- und Fellmarkt. Der auch von einer Kundgebung von Tieraktivisten durch die Innenstadt begleitet wurde.

Jäger und Käufer am Pelz- und Fellmarkt in Thun: Gefeilscht um den Preis und um die besten Felle wurde auch am neuen Standort auf dem Expo-Areal.
Jäger und Käufer am Pelz- und Fellmarkt in Thun: Gefeilscht um den Preis und um die besten Felle wurde auch am neuen Standort auf dem Expo-Areal.
Stefan Kammermann
Eine Beige Fuchsbälge: Für einen Fuchsbalg zahlten die Käufer heuer  kaum mehr als zehn Franken.
Eine Beige Fuchsbälge: Für einen Fuchsbalg zahlten die Käufer heuer kaum mehr als zehn Franken.
Stefan Kammermann
Eine Gruppe Tieraktivisten forderte vor dem Expo-Gelände mit einer ­Kundgebung das Abschaffen der Jagd.
Eine Gruppe Tieraktivisten forderte vor dem Expo-Gelände mit einer ­Kundgebung das Abschaffen der Jagd.
Stefan Kammermann
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«Jagd bedeutet auch Natur erleben», sagt Christian Graber. Der Jäger aus dem Haslital meinte damit ebenso die Ruhe am Ansitz, den leuchtenden Mond oder die Nachteule, die plötzlich vorbeifliegt. 24 Fuchsbälge hat er am vergangenen Samstag am Pelz- und Fellmarkt in Thun zu Markte getragen. Und weil sie bearbeitet waren, vom Händler 300 Franken Erlös generiert. «Das ist nicht wirklich viel», sagt er.

Seit zwölf Jahren spürt Markus Binggeli, Jäger aus Schwendibach, den Füchsen nach. Er hat in der aktuellen Jagdsaison neun Füchse erlegt. «Dies sind etwa so viele, wie mir die Füchse jährlich Hühner aus dem Gehege stehlen», sagt der Jäger. 85 Franken hat ihm der Händler für die neun Fuchspelze bezahlt. Ob damit der Verlust der Hühner aufgewogen ist, bleibt am Samstag offen.

Erstmals auf dem Expo-Areal

Erstmals überhaupt fanden die Kantonal-Bernische Trophäen­ausstellung (siehe Kasten) und der Pelz- und Fellmarkt auf dem Expo-Gelände statt. Weil das Hotel Freienhof und dessen Autoeinstellhalle wegen des laufenden Umbaus nicht zur Verfügung standen, zogen die Jäger von der Innenstadt aufs Thuner Messegelände.

Markus Binggeli findet dies eher einen Nachteil. «Mit dem Umzug sind wir unter uns und weg von den Leuten. In der Innenstadt konnten wir den Kontakt zu der Bevölkerung pflegen», hält er fest. Und weiter. «Dies vermisse ich hier.» Sein Jagdkollege aus dem Haslital ist ganz anderer Meinung: «Hier gefällt es mir besser, es ist alles näher zusammen», sagt Christian Graber.

Impressionen vom Pelz- und Fellmarkt in Thun. Video: SDA

Lager sind voll

Auch René Krebs, Fellfachmann und Einkäufer der Neuenschwander Söhne AG aus Oberdiessbach, gewinnt dem neuen Standort Positives ab. «Hier müssen wir weniger frieren», meint er. Und fügt an: «Unsere Lager sind voll, wir kaufen eigentlich aus Goodwill.» Denn ein Markt, um die Beute aus hiesiger Jagd im Handel auch international abzusetzen, sei derzeit kaum vorhanden. Deshalb bezahlen die Händler am Samstag für einen Fuchspelz kaum mehr als zehn Franken, während ihnen ein Marderbalg zwanzig Franken wert war.

Auffuhr ging zurück

Aufgeführt wurden auf dem Expo-Areal 836 Fuchsbälge. «Dies ist weniger als im Vorjahr», bilanzierte Marktsprecher Ruedi Stoller. Damals wurden 947 Fuchspelze zu Markte getragen. In den Handel gelangten heuer zudem 72 Marderpelze und 66 Dachsschwarten.

Die Organisatoren indes zogen nach der ersten Austragung am neuen Standort ein positives Fazit. «Wir sind rundum zufrieden, der Wechsel hat sich gelohnt», hielt der Marktsprecher fest. Dies, obwohl mit dem neuen Standort die nicht jagende Bevölkerung weniger angesprochen werden konnte. Wie Ruedi Stoller weiter ausführte, wird der Pelz- und Fellmarkt in Thun auch im nächsten Jahr auf dem Expo-Gelände über die Bühne gehen.

Demo von Tieraktivisten

Im Rahmen des Pelz- und Fellmarkts führte eine knapp 60-köpfige Gruppe von Tieraktivisten auf dem Waisenhausplatz eine Kundgebung sowie einen Demomarsch durchs Bälliz an die Kasernenstrasse vor das Expo-Gelände durch. Die Kundgebung wurde durch die Abteilung Sicherheit der Stadt Thun bewilligt. Dazu aufgerufen hatte die Organisation Aktivismus für Tierrechte.

Wie die Kantonspolizei auf Anfrage bestätigte, ist die Demonstration friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen.

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