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«Ich kann von euch allen etwas lernen»

Der Thuner Tennis­trainer Severin Lüthi zeigte am Networking Day Gemeinsamkeiten zwischen seiner Arbeit mit Roger Federer und der Arbeit im Unternehmen auf. Regionale Wirtschaftsvertreter liessen sich diese Ratschläge nicht entgehen.

Damaris Oesch
Severin Lüthi mit Davis-Cup-Pokal.
Severin Lüthi mit Davis-Cup-Pokal.
Beat Mathys

«Ihr habt alle auch Champions in euren Unternehmen», sagte Severin Lüthi im Rahmen des vierten Thuner Networking Day. Der erfolgreiche Coach von Roger Federer, der im Dezember zum Trainer des Jahres gewählt wurde, überzeugte die Unternehmer davon, die Parallelen zwischen erfolgreichen Sportlern und erfolgreichen Betrieben besser wahrzunehmen.

Er sei sicher, dass Unternehmer von Sportlern lernen können, aber auch Sportler von Unternehmern. «Ich kann von jedem hier etwas lernen», sagte Lüthi in seinem Input­referat. Genau zu diesem Zweck traf sich das Thuner Unternehmertum bereits zum vierten Mal in der Halle 6. Am Donnerstagabend tauschte man branchenübergreifend Erfahrungen und Wissen aus, lernte voneinander und stärkte beim gemeinsamen Apéro das Netzwerk unterei­nander.

Führen mit Demut

Neben dem geselligen Beisammensein war das Thema Leistungsmotivation mit dem Referat von Severin Lüthi das Herzstück des Abends, der von der selbstständigen Juristin und Kommunikationsfachfrau Mascha Santschi charmant und humorvoll moderiert wurde. Der langjährige Trainer von Roger Federer verriet den Anwesenden drei Grundprinzipien, die er beim Coaching beachtet. «Mache den Spieler stark, nicht dich selbst», sagte er und führte aus: «Ohne Demut kann man nicht richtig führen.» So müsse ein guter Chef zwangsläufig kritikfähig sein.

Das zweite Credo von Severin Lüthi ist, al­les aus dem Weg zu räumen, was die Leistung potenziell hemmen könnte. Nicht zuletzt betonte der ehemalige Tennisprofi, dass herausragende Leistungen eher spielerisch seien und nicht verbissen. Gleich wie Roger Federer jedes Training mit Leidenschaft und Freude angehe, so solle man auch jeden anderen Job mit Herz und einer gesunden Portion Humor ausführen. «Leidenschaft beim Arbeiten ist ein riesig wichtiger Punkt», riet er den 365 Gästen in der Halle 6.

Kein Geheimrezept

Die Vertreter der diversen Thuner KMU-Betriebe, insgesamt 365 Personen, nutzten die Gelegenheit, Severin Lüthi Fragen zu stellen. Nein, ein Geheimrezept, um erfolgreich zu sein, gebe es nicht – egal ob in der Wirtschaft oder im Sport. Ja, auch Roger ­Federer habe manchmal Selbstzweifel. «Wichtig ist, dass man immer weiter ans Gute glaubt und nie aufgibt», betonte der ­42-jährige Trainer. Seine Ausführungen, stets untermalt mit Episoden aus seinem Alltag mit ­Roger Federer, den er während mindestens 200 Tagen im Jahr begleitet, führten zu einem grossen Applaus. Und später, beim Apéro, zu angeregtem Austausch und vielen lehrreichen Momenten.

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