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«Wacker bleibt ein Topclub»

Als Tabellenführer, Europacupteilnehmer und Arbeitgeber vieler Nationalspieler steht Wacker gerade im Fokus. Wir haben Michael Suter, den Trainer der Landesauswahl, mit acht provokanten Behauptungen zu den Thunern konfrontiert.

Adrian Horn
Kenner der Nationalliga A: Michael Suter, Coach der Landesauswahl und Leiter der Swiss Handball Academy.
Kenner der Nationalliga A: Michael Suter, Coach der Landesauswahl und Leiter der Swiss Handball Academy.
Ennio Leanza (Keystone)

Wacker beschäftigt ausschliesslich Schweizer, viele davon sind Nationalspieler: Die Thuner sind Ihr Lieblingsclub.

(schmunzelt) Ich mag alle Vereine, bei denen professionell gearbeitet wird und die damit ermöglichen, dass sich die Akteure entwickeln. Wackers Partien verfolge ich mit grossem Interesse, auch wegen der Nationalspieler.

Wacker verfügt über das beste Kader hierzulande, begeht aber den Fehler, am EHF-Cup teilzunehmen, was Energie raubt.

Wacker hat eine ausgezeichnete Mannschaft, keine verletzten Spieler, wodurch jede Position doppelt besetzt ist, und entsprechend gute Möglichkeiten. Europacup zu spielen, kostet Kraft. Andrerseits gewöhnst du dich an den hohen Rhythmus, und du misst dich mit starken Teams, wovon du profitierst. Die Teilnahme kann auch ein Vorteil sein.

Lukas von Deschwanden ist noch besser geworden und in dieser Verfassung der stärkste Schweizer Handballer hinter Andy Schmid.

Von Deschwanden ist ein exzellenter und vielseitiger Handballer. Er legt immer wieder beeindruckende Auftritte hin, jüngst gegen Azoty-Pulawy, als er dreizehn Tore erzielt hat. Er ist sehr wichtig für die Nationalmannschaft – auf dem Feld, aber auch daneben, er gehört dem Captainrat an, sein Wort hat Gewicht. Sie verzeihen aber, wenn ich kein Ranking erstelle (lächelt).

Sie bereuen, Torhüter Marc Winkler erst zum ersten Mal aufgeboten zu haben, als dieser schon fast 30 Jahre alt war.

Es ist nicht sinnvoll, zu weit in die Vergangenheit zu blicken. Ich bin sehr zufrieden mit Winklers ersten Einsätzen und glücklich mit dem Torhütertrio, zu dem mit Flavio Wick ja ein weiterer Thuner gehört, ein Vertreter der nächsten Generation.

Als Nicolas Raemy kürzlich nach eineinhalbjähriger Pause aufs Feld zurückgekehrt ist, haben Sie wie Wacker-Trainer Martin Rubin vor Freude geweint.

Ich weine eher bei Filmen, die mich berühren (schmunzelt). Über Raemys Comeback habe ich mich riesig gefreut, es war toll, dass er gleich wieder Akzente setzen konnte. Wir setzen auf ihn und geben ihm wie Wacker Zeit, sich heranzutasten.

Die Thuner verlieren nach der Saison ihre drei wertvollsten Spieler, sie haben finanzielle Probleme und keine neue Halle. Sie sind ab 2018/2019 kein Titelkandidat mehr.

Ich widerspreche. Im Umfeld des Clubs herrscht traditionell eine riesige Begeisterung – in der Stadt, in der Halle, im Team. Wacker findet immer einen Weg an die Spitze, bleibt ein Topclub.

Mit den Thunern von Deschwanden und Rubin sowie mit Winterthurs Langerhuus verlassen Topleute die Schweiz. Die Liga wird schwächer.

Nein. Natürlich handelt es sich bei den Abgängen um hervorragende Handballer. Aber wer Spieler verliert, hat den Anspruch, sie gleichwertig zu ersetzen. Handball ist in der Schweiz so populär wie nie. Man begegnet uns tatsächlich gerade mit viel Wohlwollen, wir werden unterstützt und sind wieder wer – das erlebe ich als Nationaltrainer, aber auch als Leiter der Swiss Handball Academy im Umgang mit jungen Spielern und deren Eltern. Adrian Horn

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