Wacker Thun: Kein Erbarmen mit der alten Liebe

Wacker schlägt GC Amicitia Zürich 30:22. Regisseur Nicolas Suter trifft gegen seinen früheren Verein achtmal.

Glücksgefühle beim Wiedersehen: Nicolas Suter.

Glücksgefühle beim Wiedersehen: Nicolas Suter. Bild: Christian Pfander

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5 Minuten vor Schluss verlässt Nicolas Suter das Feld. Der Mann des Abends klatscht die Mit­streiter lächelnd ab, setzt sich hin. Feierabend. Der Zuzug spielte auch gegen seinen Ex-Klub GC Amicitia Zürich gross auf und traf achtmal.

«Es war ein souveräner Auftritt. So hatten wir uns das vorgestellt», erzählt der Mittelmann später. Es soll einem ja leichtfallen, sich in Martin Rubins Team zu akklimatisieren. Der 22-Jährige aber hat sich vermutlich in Rekordzeit zurecht­gefunden, gleich eingeschlagen. «Es läuft gut. Ich bin zufrieden damit, wie ich mich bisher präsentiert habe», sagt der Aargauer.

Rubins Comeback

Etwas überraschend Suter von Beginn an zur Seite gestanden war Lenny Rubin. Der künftige Bundesligaprofi hatte sich vor zweieinhalb Wochen leicht am Fuss verletzt, trainierte in den Tagen vor der Partie mit, ohne dass Probleme auftraten, worauf der Coach beschloss, seinen Sohn gleich aufzustellen.

Der 21-Jäh­rige erwischte einen vergleichsweise schlechten Auftakt, legte in der ersten Hälfte keine sonderlich gute Darbietung hin, er traf nur einmal, bevor er sich eklatant steigerte, mit mehr Vertrauen in den eigenen Körper auftrat und fünf weitere Tore warf. Gleichfalls mittun konnte Abwehr­spezialist Stefan Huwyler, der für sein Vergehen im Kadetten-Match entgegen ersten Zeichen nicht gesperrt worden war.

Obwohl die Thuner auf die beiden Nationalspieler zurückgreifen konnten, fehlten ihnen mit Lukas von Deschwanden, Nicolas Raemy, Jonas Dähler und Luca Linder mehrere Leistungsträger. Ins Kader gerückt waren einige Akteure von Partnerklub Steffisburg. Nicht zum ersten Mal demonstrierte Linkshänder Gabriel Felder, dass er, am Flügel sowie rechts im Aufbau einsetzbar, das aussichtsreichste Talent ist.

Die Begegnung war nichts, woran man sich dereinst erinnern wird. 36 Stunden vor der Abreise nach Wien zum EHF-Cup-Hinspiel taten die Hausherren nicht mehr als nötig, nachdem ihnen das Gegenüber mit null Treffern in 9 Minuten in der Startphase ver­sichert hatte, dass an diesem Abend gewiss keine Parforceleistung vonnöten sein würde.

Vor 880 Zuschauen führte der Cup­sieger rasch 4:0 und ein bisschen später 10:4. Der 6-Tor-Vorsprung hatte fortan plus/minus Bestand, und wann immer die Gäste Hoffnung schöpften, legte Wacker wieder zu, es gewann 30:22. Stärkster Thuner war neben Suter Schlussmann Marc Winkler, welcher die Hälfte aller Würfe parierte.

Caspars Pause

Die Berner Oberländer konnten es sich leisten, mit Roman Caspar einen ihrer wenigen Routiniers im Rückraum zu schonen. Der Captain ist angeschlagen, laut Physiotherapeut Cyril Dähler aber nicht ernsthaft verletzt.

Der Abwehrchef dürfte auch deswegen nicht aufgestellt worden sein, weil es gerade mehr denn je gilt, die Einsatzzeiten auf alle Kaderangehörigen zu ver­teilen. Wacker bestreitet gegenwärtig alle drei Tage eine Partie.

Die nächste Aufgabe ist das samstägliche Kräftemessen mit In­signis Westwien. Suter, gegen GC erstmals im «Topskorer»-Leibchen, gelangt dabei zu seinem Debüt auf kontinentalem Parkett. Es sind aufregende Wochen für den Stundenten aus dem Aargau. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.10.2017, 06:41 Uhr

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