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Überraschend einseitiges Derby

Wacker Thun hat das Derby beim BSV Bern Muri 30:22 gewonnen. Die Entscheidung zugunsten der Gäste fiel bereits vor der Pause, als die Thuner den Gegner klar dominierten.

Überlegen: Wackers Thuns Flügel Sven Krainer (Mitte) setzt zum Torwurf gegen den BSV-Goalie Dragan Marjanac an.
Überlegen: Wackers Thuns Flügel Sven Krainer (Mitte) setzt zum Torwurf gegen den BSV-Goalie Dragan Marjanac an.
Christian Pfander

Der BSV Bern Muri hat in dieser Saison zur Spitzengruppe der NLA aufgeschlossen. Steht ein Derby gegen Wacker Thun an, gelten die Oberländer nicht mehr als Favorit. Die Ausgangslage wird als offen taxiert. In der gestrigen Partie war von dieser Veränderung der Stärkeverhältnisse nichts zu sehen. Aber auch gar nichts.

Wacker hatte das Spiel im Griff, die BSV-Akteure liefen häufig ziemlich orientierungslos über das Spielfeld. Die Gäste mussten eigentlich nur auf die Fehler des Kontrahenten warten. Und dann hiess es: Ab Richtung gegnerisches Tor, und dies mit einer grossen Sicherheit. Wenige Sekunden nach dem Ballgewinn, und schon war der nächste Treffer gefallen. Was eine spannende Partie zu werden versprach, wurde eine einseitige Angelegenheit.

Keine Ordnung

Der BSV liess so ziemlich alles vermissen, was diese Mannschaft in dieser Saison ausgezeichnet hatte. Trainer Aleksandar Stevic ist es gelungen, dem Team ein überzeugendes taktisches Konzept zu verpassen. Davon war wenig zu sehen. Kein Akteur konnte dem Spiel eine Struktur ver­passen. Vielleicht hätte dies Jakub Szymanski gekonnt. Der Tscheche hat seine Rückenver­letzung weitgehend auskuriert, nach drei Wochen ohne Training entschied er sich aber, noch nicht aufzulaufen.

Seine Teamkollegen vermochten sein Fehlen diesmal nicht zu kompensieren. ­Zwischen der 17. und der 29. Minute setzten sich die Thuner von 8:6 auf 19:9 ab; die Frage nach dem Sieger war bereits beantwortet. «Wenn man gegen den Leader so spielt, kann das passieren», kommentierte der linke Flügel Marcel Lengacher die BSV-Darbietung. «Wir haben viele Fehler begangen und so Wacker leichte Tore ermöglicht.» Es sei enttäuschend, einen solchen Tag gerade in ei­nem Derby einzuziehen.

Deckung und Gegenstösse

Wackers Nationalspieler Lukas von Deschwanden konnte sich hingegen erfreut aus der Mooshalle verabschieden. Der neun­fache Torschütze war einer der Protagonisten in der sehr starken ersten Halbzeit von Wacker Thun. «Vor der Pause haben wir überragend gespielt. Aus einer starken Deckung heraus lancierten wir immer wieder Gegen­stösse», analysierte der zukünftige Bundesligaspieler. «Wir sind wie ein Leader aufgetreten.» Dem nun in dieser Saison im dritten Anlauf erstmals ein Sieg gegen den Kantonsrivalen gelungen ist. Beide Teams haben je einmal gewonnen, dazu kommt ein Unentschieden im ersten Aufeinandertreffen im Herbst.

Bei Wacker mussten nicht einmal alle Spieler an ihre Leistungsgrenzen. Mit Lenny Rubin konnte sich etwa der zweite zukünftige Bundesligaakteur einen ziemlich diskreten Auftritt er­lauben, ohne dass dies ins Gewicht fiel. Die Thuner konnten sich früh auf die Spielkontrolle beschränken, durften sich auch eine etwas schwächere zweite Hälfte leisten und gerieten nicht in Bedrängnis. Es war ganz eindeutig der Abend von Wacker Thun.

BSV Bern - Wacker Thun 22:30 (10:19)

840 Zuschauer. – SR Meyer/Buache. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen den BSV, 5-mal 2 Minuten gegen Wacker Thun.BSV Bern Muri: Marjanac/Rosenberg; Lengacher (2) Schneeberger, Groff (4), Heer, Baumgartner (2), Getzmann (5/5), Striffeler, Kusio (1), Spinola (3), Rathgeb, Rohr (1), Arn (1), Mühlemann (3).Wacker Thun: Winkler/Wick (ab 55.); Linder (3), Rubin (2), Raemy, Dähler (5), Suter (3), Giovanelli (1), Glatthard, Lanz (1), Caspar (3), Friedli (2), Von Deschwanden (9/5), Guignet, Huwyler, Krainer (1).Bemerkungen: Verhältnis verschossener Penaltys 0:2. – BSV ohne Szymanski (rekonvaleszent).

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