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Audi will elektrisch werden

Bei den elektrischen Antrieben haben die Ingolstädter beinahe den Anschluss verpasst. Das soll sich ändern.

Thomas Borowski, München
Sie sollen Audis elektrifizierte Zukunft einläuten: Q4 e-tron, Sportback-Layout-Studie (verhüllt), e-tron GT und e-tron (v. l. n. r.) Foto: PD
Sie sollen Audis elektrifizierte Zukunft einläuten: Q4 e-tron, Sportback-Layout-Studie (verhüllt), e-tron GT und e-tron (v. l. n. r.) Foto: PD

«Vorsprung durch Technik» war einmal. In Sachen E-Mobilität wurden Audi und der einst zukunftsweisende Firmenslogan längst überholt. Im Premiumsegment fahren die Ingolstädter heute der Konkurrenz hinterher. In der Schweiz haben sie heuer bis Ende September 13'018 Fahrzeuge verkauft, also 5,9 Prozent weniger als 2018. Was Audi aber mehr ärgert: BMW hat in diesem Zeitraum 17 524 Autos auf die Strasse gebracht, Mercedes-Benz gar 18'988.

Audis einziger Stromer, der auf Basis des für Verbrennerfahrzeuge konzipierten Modularen Längsbaukastens (MBL) aus dem VW-Konzern aufgebaute e-tron, verkauft sich in der Schweiz nur mässig. Besonders bei der Elektromobilität hinkt Audi dem einst wegweisenden Vorsprung durch Technik hinterher. Das soll sich laut Bram Schot ab sofort ändern: «Die Zukunft ist elektrisch. Bis 2025 bringen wir 30 elektrifizierte Modelle auf den Markt, davon 20 reine E-Modelle. E-Autos werden dann bereits rund 40 Prozent unseres Absatzes ausmachen. Wir werden zum Taktgeber für E-Mobilität», verspricht der Audi-Vorstandsvorsitzende.

Einen Ausblick auf die nahe Elektro-Zukunft gewährte Audi jüngst an einem Technik-Workshop in München. Dort wurden neben dem e-tron gleich drei seriennahe Stromer gezeigt. Auf der von Audi entwickelten und mit Porsche zur Serienreife gebrachten PPE-Plattform (steht für Premium Platform Electric) rollt Audi noch vor Ende 2020 den e-tron GT auf die Strasse. Der coupéhafte Viertürer besticht mit gefälliger Optik und viel Power: 800 Volt Systemspannung, 590 PS, Allradantrieb und -lenkung sind einige Eckdaten, die diese Spielart des Porsche Taycan wohl zum Prestigeobjekt mit niedrigen Stückzahlen zu hohen Preisen macht.

Allrad nur gegen Aufpreis

Weitaus massentauglicher soll dagegen der Q4 e-tron sein, der 2021 als Elektro-SUV in Serie geht. Auf der MEB-Plattform (steht für Modularer Elektrifizierungs-Baukasten) aus dem VW-Konzern aufbauend – die übrigens auch als Basis für Limousinen und sportliche SUV dienen soll –, verfügt er über die gleiche Technik wie der VW ID.3 und alle zukünftigen Stromer von Skoda und Seat. Dank seinem platzsparenden E-Antrieb wird der Q4 e-tron laut Audi auf rund 4,70 Metern Länge die Aussenmasse des kleinen Q3 und mindestens gleich viel Platz wie der grössere Q5 bieten. Ein Novum bei der Quattro-Marke: In Serie gibt es den Q4 e-tron nur mit Heckantrieb, Allrad wird nur gegen Aufpreis angeboten.

Besonders stolz sind die Audi-Ingenieure aber auf ihre im Sportback-Layout gezeigte Studie, die ebenfalls auf der PPE-Plattform aufbaut. Auf ihr sollen zukünftig Audi e-tron in der Ober- und Luxusklasse vom Band rollen und mit der Systemleistung von 800 Volt kürzeste Ladezeiten und Reichweiten von über 500 Kilometern bieten. Erste solche Serienfahrzeuge stellt Audi für Anfang des neuen Jahrzehnts in Aussicht. Bis die vorgestellten E-Studien tatsächlich im Verkauf sind, steht Audi mit gleich vier neuen Plug-in-Hybridmodellen in den Startlöchern. Sie sollen in den kommenden Monaten die Zeit überbrücken, bis der Rückstand in der E-Technik wieder aufgeholt ist.

Thomas Borowski besuchte am 25. September den Audi-TechDay auf Einladung der Amag Import AG in Deutschland.

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